Entführer (27) in Haft: Pfleger wildern verschleppten Orang-Utan aus

Vor neun Monaten wurde ein betäubtes Orang-Utan-Baby bei der Gepäckkontrolle eines Russen auf Bali entdeckt. Nach monatelangem Aufenthalt in einer Pflegestation darf der Menschenaffe Bon Bon jetzt wieder von Baum zu Baum schwingen.

Kann sich auf der Insel Sumatra ein neues Zuhause suchen: der mittlerweile zweijährige Orang-Utan Bon Bon.

Denpasar – Ein junger Orang-Utan, der am Flughafen von Bali im Gepäck eines Tierschmugglers gefunden wurde, wird nach neun Monaten in einer Pflegestation wieder ausgewildert. Die Pfleger verabschiedeten sich mit einem großen Obstteller von Bon Bon, der von der indonesischen Ferieninsel in ein Schutzgebiet auf Sumatra umziehen soll. Der Abschied von dem Tier falle ihm schwer, verriet dessen Pfleger Ketut Diandika. „Eigentlich will ich, dass Bon Bon hier bleibt, damit ich mich weiter um ihn kümmern kann.“

Misstrauische Flughafenbeamte hatten den zwei Jahre alten Orang-Utan im März am Flughafen von Denpasar auf Bali im Gepäck eines Russen gefunden, der zurück in sein Heimatland fliegen wollte. Das Jungtier lag in einem Rattankorb und war für die Reise unter Drogen gesetzt worden. Der Fall hatte damals weltweit für Aufsehen gesorgt.

Der 27-jährige Russe wurde im Juli zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Er hatte neben dem kleinen Menschenaffen noch zwei lebendige Geckos und fünf Eidechsen in seinem Koffer versteckt. Für den Orang-Utan hatte er Säuglingsmilch und Decken eingepackt.

Nach neun Monaten in einer Pflegestation wird Bon Bon nun auf die Insel Sumatra gebracht. Sumatra und Borneo sind die einzigen beiden Inseln, auf denen die vom Aussterben bedrohten Tiere noch in freier Wildbahn leben. (AFP)

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