Tirolerin vor Gericht: Edelklamotten „vom Flohmarkt“ im Web verkauft

Eine nach außen hin seriöse Angestellte wurde wegen gewerbsmäßigen Diebstahls zu einer Geldstrafe von zur Hälfte bedingten 12.000 Euro verurteilt.

Symbolfoto.
© Böhm

Von Reinhard Fellner

Innsbruck –Angesagte Marken-Wintersportbekleidung zum absoluten Schnäppchenpreis – wer möchte das nicht? Genau dies hatte sich eine 39-Jährige über Internetverkaufsplattformen zum Geschäftsmodell gemacht. Die nach außen hin hochseriös auftretende Tirolerin führte das letztlich jedoch wegen angeklagten gewerbsmäßigen Diebstahls nun ans Landesgericht. Aufgefallen war die Frau dem Vertreter einer Kultmarke, dem die Web-Angebotspreise spanisch vorgekommen waren. Er wusste auch, dass die aktuelle Saisonware nicht – wie angegeben – aus Überschüssen und von Vertretern stammen konnte. Vor Richter Norbert Hofer präsentierte die 39-Jährige dann einen Vertriebsweg, der schon fast die Intelligenz der Justiz in Frage stellte.

So wollte die Dame die Ware samt Preisetiketten immer bei einem ominösen „Chris“ auf Flohmärkten rund um Innsbruck erworben haben. Als einer dieser Märkte wegen Verdachts der Hehlerei aufgelöst worden war, will die Angestellte den Händler weiter auf einem Parkplatz in Rum getroffen haben. Termin für Termin habe man dabei mündlich vereinbart, Telefonnummern habe man nämlich nie ausgetauscht.

Lebensfremd und im Widerspruch zum Auftreten der Frau im Internet. Dort versprach die Frau nämlich das Auftreiben von Sportartikeln in bestimmter Größe, wenn Käufer danach fragten. Auf der Ware fanden sich dann Etiketten von Sportgeschäften, wo die Frau im Geschäft gesehen worden war.

Trotz bisheriger Unbescholtenheit ergingen für gewerbsmäßigen Diebstahl rechtskräftig (!) zur Hälfte bedingte 12.000 Euro Geldstrafe plus 200 Euro Gerichtsgebühren.


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