Nach 33 Jahren Haft in den USA: Ex-Häftling Söring in Deutschland

Vor 33 Jahren soll er die Eltern seiner damaligen Freundin umgebracht haben. Ein Geständnis hatte er widerrufen, dennoch wurde er verurteilt und saß seitdem in Haft. Nun kommt der 53-jährige Jens Söring nach Hause.

Jens Söring wurde bei seiner Ankunft in Frankfurt von Freunden und Unterstützern begrüßt.
© Andreas Arnold / DPA / AFP

Washington, Frankfurt – Der Deutsche Jens Söring, der in den USA wegen Doppelmordes 33 Jahre in Haft saß, ist nach seiner Entlassung im November nun in seine Heimat zurückgekehrt. Eine Linienmaschine aus Washington mit dem 53-Jährigen an Bord landete am Dienstag nach rund sieben Stunden Flug auf dem Frankfurter Flughafen.

Freunde und Unterstützer wollten ihn am Airport in Empfang nehmen. Geplant ist, dass Söring gegen Mittag für ein kurzes Statement vor die Presse tritt.

Das zuständige Gremium im US-Bundesstaat Virginia hatte im November entschieden, den deutschen Diplomatensohn auf Bewährung freizulassen und abzuschieben. Begnadigt wurde er nicht. In Deutschland ist Söring ein freier Mann. In die USA darf er nie wieder einreisen.

Geständnis widerrufen

Wegen Mordes an den Eltern seiner damaligen Freundin Elizabeth Haysom im Jahr 1985 war er später zu zweimal lebenslanger Haft verurteilt worden. Er hatte die Morde zunächst gestanden, später aber das Geständnis widerrufen. Er beteuert bis heute seine Unschuld.

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Seine Unterstützer und Freunde haben in Deutschland nach eigenen Angaben eine Wohnung, ein Handy und Kleidung für Söring besorgt. Der Ex-Häftling will demnach nach seiner Ankunft in Deutschland erst einmal Urlaub machen und dann durch das Land reisen und seine Unterstützer besuchen.

Auch Freundin soll abgeschoben werden

Festgenommen worden waren Söring und Haysom 1986 in Großbritannien. Dorthin waren sie geflüchtet, als sie wegen des Mordes unter Verdacht gerieten. Großbritannien stimmte der Auslieferung Sörings an die USA nur unter der Bedingung zu, dass die Todesstrafe nicht verhängt wird. Haysom wurde wegen Anstiftung zum Mord zu zweimal 45 Jahren Haft verurteilt. Die gebürtige Kanadierin soll nun ebenfalls abgeschoben werden. Der Fall erregte in den USA und international viel Aufmerksamkeit. (APA, dpa)


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