Bewegung und Krebs: Sport hilft in schweren Zeiten

Sport verbessert das Leben während und nach einer Krebserkrankung. Der Verein Team Onsight macht mit einer Skitourenserie auf das Thema Bewegung und Krebs aufmerksam.

Manuela Baumann holte während ihrer Krebserkrankung viel Energie aus dem Sport. Sie ist Mitorganisatorin des Oberländer Tourencups.
© Baumann

Von Sabine Strobl

Innsbruck –Bewegung und Sport tun gut. Besonders Menschen, die eine Krebserkrankung durchleben müssen. Aus diesem Grund möchte der Oberländer Verein Team Onsight heuer mit einer besonderen Initiative darauf hinweisen, wie wichtig Bewegung für die Vorbeugung, während der Zeit einer belastenden Krebstherapie und im Leben nach der Krebserkrankung ist. Geplant ist eine Skitourenserie zugunsten der Krebshilfe Tirol. Start ist am Freitag, 20. Dezember, im Pitztal.

Manuela Baumann ist eine der Organisatorinnen des Tourencups, sie und ein weiterer Initiator haben eine Krebserkrankung bewältigt. Mit 29 Jahren erhielt die frühere Profiskifahrerin die Diagnose. „Ich habe auch während der Chemotherapie Sport betrieben. Die Nebenwirkungen waren dadurch leichter zu ertragen“, erläutert Baumann. Müdigkeit, Erschöpfung, aber auch Übelkeit konnte Baumann mit sportlicher Betätigung abfedern. Wie sie zurückblickt, hat sie „nie eine totale Antriebslosigkeit verspürt“.

Baumann betrieb während der Therapie fast täglich Sport, das konnte eine kleine Einheit sein, aber auch eine ausgewachsene Tour. Im Winter heißt der Sport der Wahl Skitouren gehen, im Sommer Laufen. Baumann: „Ich ging es während der Therapie im Vergleich zu früher langsamer an und musste auf den Puls achten, damit das Herz nicht zu sehr belastet wurde“. Ihr Ziel war ein Jahr nach der Diagnose klar, am Karwendelmarsch teilzunehmen. Eine Botschaft liegt ihr besonders am Herzen: „Sport ist so wichtig wie ein Krebsmedikament, er unterstützt bei der Genesung und beugt einem Wiederauftreten vor.“ Das belegen auch immer mehr Studien.

Heute unterstützt die Sporttherapeutin unter anderem Krebspatienten beim Training. Baumann tritt dafür ein, dass Krebspatienten im Krankenhaus und auch von der Krankenkasse mehr Bewegungstherapie angeboten wird.

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Strukturelle Begleitungen stehen noch in der Entwicklungsphase. Das Krankenhaus St. Vinzenz in Zams arbeitet etwa mit den Gesundheitseinrichtungen der Region zusammen, um Krebspatienten eine begleitende Sporttherapie anbieten zu können. Im Krankenhaus selbst ist geplant, die Bewegungsform Qigong in einem Pilotprojekt einzuführen, erklärt der ärztliche Direktor Ewald Wöll. Er unterstützt die Patienteninitiative: „Patienten werden oft in eine passive Rolle gedrängt. Wir sind dankbar für die Aktion. Sie hat Vorbildwirkung.“

Unabhängig vom positiven Einfluss des Sports auf Herz, Kreislauf und Stoffwechsel weist Wöll auf drei Punkte hin: Erstens kann regelmäßiger Ausdauersport bösartige Erkrankungen reduzieren. Zweitens kann Bewegung während der Behandlung deren Nebenwirkungen verringern sowie Befinden und Lebensqualität verbessern. Drittens verringert Bewegung das Rückfallrisiko. Welches Ausmaß an Bewegung für den Einzelnen sinnvoll ist, sollte im ärztlichen Gespräch abgeklärt werden. Wöll: „Wichtig ist die Regelmäßigkeit.“ Gehen mehrmals pro Woche in Begleitung ist für den Anfang besonders geeignet.

Beim anstehenden Tourencup ist „jeder willkommen, der Ski hat. Es geht darum, gemeinsam bergauf zu gehen“, sagt Organisatorin Baumann, die in der Hobby-Klasse selbst mitgeht. Neben der Wettkampf-Klasse gibt es auch eine Hobby-Klasse ohne Zeitwertung. Der Schwerpunkt „Sport und Krebs“ wird heuer das erste Mal gesetzt. Ein Fixbetrag pro Starter von 5 Euro geht an die Tiroler Krebshilfe.

Der Oberländer Tourencup – Heuer zugungsten der Krebshilfe Tirol

Oberland Tourencup. Die Skitourenserie, organisiert vom Verein Team Onsight, wird heuer zum vierten Mal ausgetragen, zum ersten Mal zugunsten der Krebshilfe. Es gibt eine Renn- und eine Hobby-Klasse. Auch Familien können daran teilnehmen.

Vier Etappen. „Rifflsee Vertical": 20. Dezember, Start 18.30 Uhr. Mandarfen, 620 HM. Kontakt Organisatoren: Pitztaler Gletscherbahnen

„See": 8. Jänner 2020, Start 19 Uhr, Ahle, 755 HM, Kontakt Organisatoren: Bergrettung See „Fendels": 23 Jänner 2020, Start: 19.30 Uhr, Talstation Hammerlift, 470 HM, Kontakt Organisatoren: SV Ried.

„Zams, Venet": 16. Februar 2020, Start: 10 Uhr, Rifenalbahn, HM 1258 HM, Kontakt Organisatoren: Team Onsight.

Abschluss: Anschließend an die Skitour auf den Venet findet die Abschlussveranstaltung mit Siegerehrung und Scheckübergabe an die Tiroler Krebshilfe statt.

Infos: www.tourencup.at. Die Anmeldung ist online oder direkt vor Ort möglich.


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