Haus der Musik: Einigung über Mehrkosten-Teilung

Land und Stadt Innsbruck müssen für den Prestigebau 5,5 Millionen Euro zusätzlich finanzieren. Jetzt einigte man sich auf halbe-halbe. Für IIG sind es keine Mehrkosten.

Es steht, es wirkt, es kommt an: Das Haus der Musik in Innsbruck schließt nun das finanzielle Kapitel.
© Thomas Boehm / TT

Von Manfred Mitterwachauer

Innsbruck –Die Schlüssel sind längst an die Nutzer übergeben, das Haus ist in Vollbetrieb. Im Oktober wurd­e der erste Geburtstag gefeiert. Das „Haus der Musik“ in Innsbruck, das wie ein schwarzer Monolith an der Ecke Rennweg und Universitätsstraße thront, trotzdem aber mit seinen Nachbarn Hofburg und Landestheater (TLT) in eine harmonische Symbiose tritt, hat sich etabliert. Bei den dort neu angesiedelten Institutionen und Vereinen sowie Aktiven, aber auch bei Besuchern.

Nun soll auch das finanziell­e Kapitel dieses Neubaus geschlossen werden. Eines, das in den vergangenen Jahren durchaus für Schlagzeilen gesorgt hatte, die TT berichtete mehrfach. Verantwortlich für die Umsetzung des Partnerschaftsprojektes zwischen Bund, Land und Stadt zeichnete die stadteigene Tochter, die Innsbrucker Immobilien GmbH (IIG). Sie hat vor Kurzem an Stadt wie Land eine Endabrechnung des Neubaus geschickt. Gemäß dieser kostete das Haus der Musik 61,196 Millionen Euro. Das ist mehr als noch in der einstigen Finanzierungsvereinbarung unterfertigt. Damals hatte man sich auf Gesamtkosten von 55,64 Millionen Euro geeinigt. Kosten, die wie folgt aufzuteilen gewesen wären: Für Land und Bund wurde je ein fixer Deckel von 23,63 bzw. neun Millionen Euro ausgemacht. Auf die Stadt wären 23 Mio. Euro an Errichtungs­kosten entfallen.

Dass das Haus der Musik teurer als geplant kommen wird, berichtete die TT bereits im März 2018. Nach einem damaligen, vorläufigen Finanzbericht an die Stadt wurde von einer Kosten­steigerung von 4,7 Mio. € ausgegangen. Im Oktober dieses Jahres wurden fast sechs Mio. € kolportiert. Mit der nun vorliegenden Endabrechnung sind es rund 5,5 Millionen Euro, die zusätzlich aufzubringen sind. Wer wie viel dieser Kosten zu übernehmen hat, darüber wurde zwischen der Stadt und dem Land lange verhandelt. Im Zuge unlängst stattgefundener Finanzgespräche wurde aber eine Einigun­g erzielt. Demnach hat man eine 50:50-Aufteilung fixieren können. Aus dem Büro von LH Günther Platter (VP) wurde diese Lösung gestern bestätigt. Diese Aufteilung sei „vorbehaltlich der Beschlüsse in Regierung und Landtag in Aussicht gestellt worden“.

IIG-Geschäftsführer Franz Danler wollte gestern nur von einer „vorläufigen Schlussabrechnung“ sprechen, die man den Projektpartnern übermittelt habe. Kleinere Fragen seien noch zu klären. So habe die IIG mit 61,3 Mio. € um rund 100.000 Euro höhere Gesamtkosten angegeben. Dies, weil man derzeit noch auf eine endgültige Zusage des Bundes zur Übernahme zusätzlicher Baukosten in ähnlicher Höhe warte: „Diese fehlt noch.“ Hier gehe es um höhere Kosten, die aufgrund spezieller nachhaltiger Bauweise entstanden seien.

Von „Mehrkosten“ will Danler nicht sprechen. Er verweist darauf, dass in der ursprünglichen Rahmenvereinbarung zwar die 55,6 Mio. angegeben waren, zusätzliche Leistungen wie thermische Grundwassernutzung, Verbindungstrakt zum TLT und ein Lager parallel vereinbart, aber eben noch nicht eingepreist waren. „Die reine Kostenerhöhung liegt nur bei sieben Prozent.“


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