Südtiroler Eiskunstläufer Zandron startet bei der EM für Österreich

Eiskunstläufer Maurizio Zandron fährt zur EM. Der 27-Jährige startet aber nicht wie 2017 für Italien, sondern nun für Österreich. In Graz ist er also Lokalmatador.

Tirols Starter bei der Eiskunstlauf-EM in Graz: Maurizio Zandron.
© gepa

Von Sabine Hochschwarzer

Innsbruck –„Wir sind sehr glücklich, dass es geklappt hat“, strahlt Eiskunstlauftrainerin Claudia Houdek. Ihr jüngster Schützling, abgesehen vom Tiroler Nachwuchs, hat sich für die Europameisterschaften ab 20. Jänner in Graz qualifiziert. Dabei ist Maurizio Zandron mit 27 Jahren sportlich gesehen gar nicht mehr jung und schon im besten Eiskunstlauf-Alter. Mit Koudek trainiert der gebürtige Bozner allerdings erst seit eineinhalb Jahren.

Beim Cup of Tyrol vor zwei Jahren in Innsbruck sei der Kontakt entstanden, nun studiert Zandron hier Recht, will seine Deutschkenntnisse nach dem BWL-Studium in Mailand perfektionieren. „Ich habe so einfach mehr Möglichkeiten“, sagt der Südtiroler. Auch parallel zur Eiskunstlauf-Karriere, bei der ihn nun ein Dreier-Gespann betreut: neben Tirols Landeskaderleiterin Houdek auch seine bisherigen Coaches in Bergamo Franca Bianconi und Choreographin Raffaela Cazagniga. „Das ist ein schöner Übergang. Ein Läufer wie er soll auch nicht alles abbrechen, sondern das weiterführen, was er schon erlernt hat“, weiß Houdek.

Die Freigabe vom internationalen Verband, für Österreich starten zu dürfen, liegt schon länger vor. „Dafür hat er auch auf einen Grand-Prix-Start, zu dem man eingeladen wird, verzichtet. Es ist ihm wichtig, das österreichische Umfeld anzunehmen“, weiß seine Trainerin. Zandron selbst fühlt sich ohnehin längst verbunden, auch weil seine Uroma aus Nordtirol stamme, wie er erzählt.

Am Wochenende holte er seinen ersten Staatsmeistertitel – als einziger Läufer, der einen dreifachen Axel springt und längst an Vierfachdrehungen arbeitet. Konkurrent Luc Maierhofer war verletzungsbedingt ausgefallen. „Die Dichte in Italien ist annähernd gleich. Als ich jünger war, war Eiskunstlauf sehr groß, rund um Carolina Kostners Erfolge etwa. Seit drei, vier Jahren ist es aber nicht mehr so toll“, sagt Zandron.

Schon 2017 startete er bei einer EM, wurde in Ostrava 19. „Maurizio hätte sich auch jetzt in Italien qualifiziert“, erklärt Houdek und spricht von einem erneuten Top-20-Platz als Ziel. Zudem hofft man auf einen positiven Bescheid, was die österreichische Staatsbürgerschaft betrifft. Zandron ist auch dahingehend motiviert: „Ich lerne gerade den Text der österreichischen Hymne.“


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