„Tiroler Berge gehören den Tirolern“

Land und Kammer wollen gegen Markenanmeldungen eines deutschen Unternehmers vorgehen.

Auch Schriftzüge wie „Lausbua“ will sich kitzVenture sichern.
© privat

Von Max Strozzi

Kitzbühel –Tirols LH Günther Platter und Wirtschaftskammerpräsident Christoph Walser schalten sich in die Causa um strittige Markenanmeldungen des von Deutschen geführten Unternehmens kitzVenture mit Sitz in Kitzbühel ein. Platter und Walser wollen gegen die Anmeldung zahlreicher Wortmarken mit Tirol-Bezug durch kitzVenture vorgehen.

Wie berichtet, will sich kitzVenture Begriffe wie „Tiroler Berge“, „Kitzbüheler Alpen“, „Wilden Kaiser“, „Gamsstadt“, „Schwarzsee“, „Tiroler Madl“ oder „Tiroler Bua“ als Wortmarken für Merchandising-Artikel sichern. Insgesamt hat kitzVenture mehr als 70 Marken bei Patentämtern angemeldet, darunter auch Allerwelts-Begriffe wie „Lausbua“.

Laut Platter werden Markenexperten von Land und Tirol Werbung (verwendet z. B. „Tiroler Madl“ und „Tiroler Bua“) gegen diese Anmeldungen vorgehen. „Nach unserer Einschätzung ist der Schutz dieser Begriffe rechtlich nicht möglich. Sollte es doch so sein, werden wir bundesgesetzliche Änderungen einfordern“, so Platter: „Tiroler Berge gehören den Tirolerinnen und Tirolern.“ Walser sieht in solchen Markenanmeldungen ein „zweifelhaftes Geschäftsmodell“, das „dem Markenmissbrauch Tür und Tor öffnet“.

Nicht nur beim Tirol Shop der Tirol Werbung schrillen die Alarmglocken. Sondern auch bei anderen Shops, die diese Begriffe als Aufdrucke auf Kappen, Leiberln etc. verwenden. Einem Shop in Kitzbühel flatterte von kitzVenture bereits eine Zahlungsaufforderung über 100.000 Euro ins Haus. Auch der Online-Shop gscheat.at in Oberösterreich will sich wehren. kitzVenture habe „14 Schriftzüge im Wortlaut 1:1 aus unserem Shop als Wortmarke angemeldet“, so Inhaberin Kerstin Ordelt. Etwa „kloana Bruada“, „Scheffin“ und „Produziat in Östarreich“.

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kitzVenture-Geschäftsführer Patrick Landrock ortet dagegen eine „Hetze“, sagte er der APA. Es sei rechtlich zulässig, Marken anzumelden. Die Verantwortlichen selbst hätten sich bisher nicht um eine derartige Marken-Anmeldung gekümmert. Das Patentamt werde entscheiden und die Politik habe es in der Hand, gesetzliche Änderungen zu beschließen. Der TT hatte Landrock gesagt, sich die Marken für ein „Fashion-Projekt“ zu sichern.


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