2019 wird drittwärmstes Jahr der 252-jährigen Messgeschichte

2019 wird laut Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) als eines der drei wärmsten Jahre in Österreich in die 252-jährige Messgeschichte eingehen. „Berücksichtigt man die Prognosen für die nächsten Tage, liegt 2019 ziemlich sicher im Bereich von 1,5 bis 1,7 Grad Celsius über dem vieljährigen Mittel“, so Experte Alexander Orlik. Eine minimale Chance bestehe sogar noch auf Platz zwei.

Die Serie der extrem warmen Jahre setzt sich also fort, 2018 liegt auf dem ersten Platz. „Unter den 15 wärmsten Jahren der Messgeschichte liegen 14 Jahre seit 1994, erst auf Platz 15 folgt mit 1822 ein Jahr, das schon weit zurückliegt“, erläuterte der Klimatologe Orlik. Die vergangen sechs Jahre bis 2019 sind allesamt in dieser Reihung zu finden.

An einigen Wetterstationen der ZAMG war 2019 das wärmste Jahr der jeweiligen Messreihe, zum Beispiel in Graz-Universität mit einem Jahresmittel von 11,8 Grad (alter Rekord: 11,5 Grad im Jahr 2018), in Bad Gleichenberg 11,3 Grad und Eisenstadt mit 12,3 Grad. In Retz, Wien-Hohe Warte, Zwettl, Millstatt, Klagenfurt und am Schöckl werden die Jahresmitteltemperaturen aller Voraussicht nach ziemlich genau im Bereich der bisherigen Rekorde liegen.

In der österreichweiten Auswertung des Niederschlags war 2019 ein durchschnittliches Jahr. Aussagekräftiger ist die regionale Auswertung: Im Westen und Süden, in etwa westlich einer gedachten Linie Salzburg-Klagenfurt, war 2019 um fünf bis 25 Prozent feuchter als ein durchschnittliches Jahr, in Oberkärnten und Teilen Tirols stellenweise um bis zu 40 Prozent. In der Osthälfte Österreichs war es dagegen um 25 bis 40 Prozent zu trocken. 2019 brachte in der österreichweiten Auswertung sechs Prozent mehr Sonnenstunden als ein durchschnittliches Jahr. Die größten regionalen Abweichungen vom Mittel gab es in Oberösterreich, Niederösterreich, Wien und dem Nordburgenland sowie in Teilen der Steiermark und im Rheintal. In diesen Regionen brachte 2019 um fünf bis 25 Prozent mehr Sonnenstunden als ein durchschnittliches Jahr.

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Die vorläufige Klimabilanz zum Jahresende basiert auf der ersten Auswertung der rund 270 Wetterstationen der ZAMG sowie auf der räumlichen Klimaanalyse an 84.000 Datenpunkten in Österreich mittels Spartacus (Spatiotemporal Reanalysis Dataset for Climate in Austria). Die Daten der Wetterstationen reichen zum Teil bis ins 18. Jahrhundert zurück. Die Spartacus-Daten sind flächendeckend bis ins Jahr 1961 verfügbar, hier wurden detaillierte Methoden zur räumlichen Klimaanalyse angewendet.


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