„Netzwerk Tirol hilft“: Einfache und schnelle Hilfe in 14.000 Fällen

Seit knapp zehn Jahren gibt es das „Netzwerk Tirol hilft“. Jährlich werden 400.000 Euro an Spendengeldern für bedürftige Tiroler bereitgestellt.

Tirols Landeshauptmann Günther Platter (links) und Herbert Peer, der Koordinator des „Netzwerk Tirol hilft“, zogen eine positive Bilanz. „Die Aktion hat einen fixen Platz im sozialen Land Tirol“, sagte Platter.
© Land Tirol/Graus

Innsbruck –Wenn das Geld knapp wird, aber dennoch Miete oder Strom bezahlt, Essen oder Kleidung gekauft werden müssen, springt das „Netzwerk Tirol hilft“ ein. Auch bei anderen Notlagen springt die Aktion ein – und das inzwischen seit zehn Jahren, finanziert ausschließlich über Spenden. Landeshauptmann Günther Platter, der das Netzwerk ins Leben gerufen hat, und Koordinator Herbert Peer zogen gestern Bilanz.

Ein Land werde daran gemessen, wie es mit jenen umgeht, die in Not geraten, sagte Platter. Neben allen Formen und Wegen, von der öffentlichen Hand Unterstützung zu erhalten, seien auch Wohltäter und Spender, „große wie kleine“, unabdingbar. „Mit dem sozialen System kann man nie alles zu 100 Prozent abdecken. Das Netzwerk ist eine Erfolgsgeschichte und hat einen fixen Platz im sozialen Land Tirol.“

Seitdem die Aktion besteht, gab es insgesamt 14.000 Zusagen für finanzielle Unterstützung. Waren es anfangs jährlich 400 Ansuchen, steigerte sich das auf mittlerweile 1800. Ein Drittel der Ansuchen betrifft Hilfe bei Delogierungen, Mietrückständen oder ausstehenden Energierechnungen. Ein weiteres Drittel der Antragsteller besteht aus Alleinstehenden oder Alleinerziehenden – davon über 90 Prozent Frauen. Die restlichen Hilfesuchenden setzen sich aus älteren Menschen, deren Pension nicht zum Leben ausreicht, und Menschen mit körperlichen oder geistigen Behinderungen zusammen.

„Dabei geht die Unterstützung keinen Meter über die Grenze hinaus“, erklärte Herbert Peer, Koordinator des „Netzwerks Tirol hilft“. Die Spender – die sich aus Unternehmern, karitativen Institutionen, Stiftungen, Charity-Clubs, Vereinen und vermehrt Privatpersonen zusammensetzen – hätten außerdem die Möglichkeit, ihre Gelder zweckzubinden. „Es ist leichter, gemeinsam zu helfen, als alleine. Viele Menschen ziehen an einem Strang. Jedes Jahr werden rund 400.000 Euro an in Not geratene Tiroler ausbezahlt“, sagte Peer, der aber darauf hinwies, dass jede Anfrage penibel geprüft werde, um sicher zu gehen, dass die Hilfe dort ankomme, wo sie wirklich gebraucht wird. Das Netzwerk diene zudem als Plattform für über 40 karitative Einrichtungen in Tirol, die sich darüber vernetzen können.

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Hilfesuchende können sich unter der Nummer 0512/5082014 direkt an das Netzwerk Tirol wenden. (bfk)


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