Die gute Geschichte: Ein Leben mit Demenz

Martha Göweil aus Tulfes leidet an einer Vorstufe von Demenz. Durch die Krankheit ist sie stark auf ihren Ehemann angewiesen. Das Ehepaar hält fest zusammen - und das bereits seit 50 Jahren.

Willi und Martha Göweil lassen sich nicht unterkriegen.
© Suitner

Tulfes –Bei Martha Göweil aus Tulfe­s wurde vor einem Jahr eine Vorstufe von Demenz diagnostiziert. Ihren Lebenswillen will sie sich dadurch aber nicht nehmen lassen. „Natürlich habe ich keine Freude damit, aber ich jammere nicht. Andere in meinem Alter sind schon tot“, sagt die 77-Jährige.

Vor einem Jahr hat alles mit einem Aneurysma im Kopf angefangen. Marthas Mann Willi bemerkte bei ihr eine Veränderung: „Wir sind 50 Jahre verheiratet und ich habe einfach gespürt, dass etwas nicht stimmt.“ Seither verschlechtert sich die Situation bei Martha zusehends. Sie hat Orientierungsschwierigkeiten, findet den Liegeplatz im Schwimmbad und der Sauna nicht mehr, vergisst den Herd abzuschalten. Angst vor der Zukunft hat sie aber nicht: „Ich kann mich Gott sei Dank auf meinen Mann verlassen und immer noch vieles selbstständig erledigen.“ Gemeinsam mit ihrem Mann macht die Tulferin E-Bike-Touren, geht wandern und ihrem Hobby, der Handarbeit, nach und freut sich vor allem auf die regelmäßigen Besuche ihrer Enkelkinder. Jeden ersten und dritten Mittwoch im Monat besucht Martha die Selbsthilfegruppe für Menschen mit Gedächtnisproblemen im Demenz-Servicezentrum der Caritas in Innsbruck: „Das Gespräch mit anderen tut mir gut.“

Gatte Willi wünscht sich, dass sein­e Frau Martha noch lange eigenständig leben und arbeiten kann. „Für den Herd will ich einen Bewegungsmelder oder einen Temperatursensor anschaffen, weil ich nicht die Sicherung abschalten möchte, wenn ich außer Haus gehe.“ Auch wenn es für Willi belastend ist, dass sich Martha zunehmend auf ihn fixiert und er kaum noch Freiraum hat, halten die beiden auch nach 50 Jahren Ehe zusammen. (TT)


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