Madrider Prado feiert im Jubiläumsjahr neuen Besucherrekord

Im ausgehenden 200. Jubiläumsjahr hat das weltberühmte Madrider Prado-Museum einen neuen Besucherrekord verzeichnet. Rund 3,3 Millionen besuchten 2019 die zahlreichen Sonderschauen und die permanente Ausstellung. Der am 19. November 1819 eröffnete Prado ist heuer mit über 8.600 Gemälden, Zeichnungen, Drucken und 700 Skulpturen eines der größten und bedeutendsten Kunstmuseen der Welt.

Auf 40.000 Quadratmetern zeigt der Prado die Werke der großen spanischen Meister vom Mittelalter bis ins frühe 20. Jahrhundert, aber auch von Künstlern aus Ländern, die eng mit habsburgischen Spanien verbunden waren wie Italien, Flandern oder die Niederlande. Hier hängen die „Hoffräulein“ von Diego Velazquez, die „nackte Maja“ und die schwarzen Malereien von Goya. Künstler wie El Greco, Tizian, Rubens, Dürer, Caravaggio, Rembrandt und Hieronymus Bosch sind mit ihren wichtigsten Meisterwerken im Prado vertreten.

Mit über 17 Sonderausstellungen sowie fast hundert Konzerten, Konferenzen und anderen Kultevents feierte der Prado 2019 sein 200-jähriges Bestehen. Den Anfang der Jubiläumsausstellungen machte die Sonderschau „Museo del Prado 1819 - 2019. Ein Ort der Erinnerung“. Die von König Felipe VI. eröffnete Ausstellung zeigte neben der Geschichte des Museums auch den Einfluss der beeindruckenden Sammlung alter Meister auf die Kunst moderner Maler wie Renoir, Manet, Picasso, Miro, Juan Gris oder Jackson Pollock. Werke der größten Künstler des 19. und 20. Jahrhunderts wurden den Altmeistern des Prados gegenübergestellt.

König Felipe würdigte den Prado als „wahre Ikone der spanischen und universellen Kultur“. Er sei „ein Symbol für Kreativität, Exzellenz und die künstlerische Sensibilität“ des Landes - aber ebenso „ein Erbe der gesamten Menschheit“.

Ab April stellte der Prado auch eigens die Werke des Schweizer Künstlers Alberto Giacometti in den Dialog mit Meisterwerken aus dem Prado. Neben der herausragenden Ausstellung über den italienischen Frührenaissance-Künstler Fra Angelico wollte der Prado im Jubiläumsjahr auch eine historische Schuld begleichen und widmete zum zweiten Mal in seiner Geschichte zwei Künstlerinnen - Sofonisba Anguissola und Lavinia Fontana - eine eigene Ausstellung.

Ein Jubiläumshöhepunkt war allerdings die große Sonderschau „Velazquez, Rembrandt, Vermeer: Parallele Visionen“, in der die Gemeinsamkeiten und die gegenseitige Einflussnahme der spanischen und niederländischen Barockmalerei verdeutlicht wurden. Velazquez, El Greco, Ribera, Zurbaran, Murillo, Rembrandt, Vermeer, Frans Hals, Nicolaes Maes, Fabritius und Jan Steen befinden. Insgesamt 72 Meisterwerke aus dem „Goldenen Zeitalter“ wurden in Zusammenarbeit mit dem Amsterdamer Rijksmuseum gegenübergestellt.

Den Abschluss der Jubiläumsausstellungen bilden derzeit „Goyas Zeichnungen“. Noch bis zum 16. Februar 2020 werden insgesamt über 300 Zeichnungen von Francisco de Goya (1746-1828) ausgestellt. Eine einzigartige Gelegenheit, denn viele seiner Zeichnungen, die sich vor allem im Besitz des Prados befinden, werden nur selten gezeigt. Fast vier Jahre waren die Kuratoren mit der Zusammenstellung der Zeichnungen beschäftigt und es entstand ein neuer wissenschaftlicher „Katalog von Goyas Zeichnung“, der seine Werkliste auf den neusten Stand bringt und den letzten Katalog aus den 1970-Jahren aktualisiert. Mit Goya, seinem großen Vorzeigekünstler, schließt das Madrider Prado-Museum nun seine Jubiläumsfeierlichkeiten ab.

Im Oktober erhielt der Prado den international renommierten Prinzessin-von-Asturien-Preis. Mit dem „spanischen Nobel-Preis“ zeichnete die Jury den Prado als die „wichtigste Kulturinstitution Spaniens und eine der bedeutendsten Pinakotheken der Welt“ aus.


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