FC Wacker blickt in die Zukunft: mehr als nur „positive Signale“

Der FC Wacker präsentierte gestern einen neuen Sponsor und blickt „spannenden Wochen entgegen“. Am 19. Jänner entscheiden die FCW-Mitglieder über die Zukunft des Clubs.

Gruppenbild mit neuem Sponsor – von links: FCW-Sportchef Alfred Hörtnagl, Vizepräsident Joachim Jamnig, iDM-Geschäftsführer Manfred Pletzer, Präsident Gerhard Stocker und iDM-Geschäftsführer Hans-Jörg Hoheisel.
© FC Wacker

Von Wolfgang Müller

Innsbruck – Sportlich steckt der FC Wacker Innsbruck mitten in der Weihnachtspause, hinter den Kulissen bastelt der Tiroler Fußball-Traditionsclub intensiv an der Weichenstellung für eine Zukunft, die nur mit einem potenten Partner möglich sein wird.

Rückblick 2019: Niedergang und Aufbruch. Mit diesen beiden Wörtern ist das Wacker-Jahr 2019 auf den Punkt gebracht. Im Juni war der Abstieg amtlich, die sportliche Bankrotterklärung Fakt. Der Abstieg, der mit diesem Kader eigentlich nie und nimmer passieren hätte dürfen, warf den Tiroler Traditionsclub weit zurück. Und auch wirtschaftlich stand der FC Wacker mit wackeligen Beinen tief in der Zweitklassigkeit. Es wurde kräftig abgespeckt, aus der Not eine Tugend gemacht. Heißt, es wurde auf Jugend gesetzt, das jüngste Team in der FCW- Kampfmannschaftsgeschichte sorgte auch für Überraschungen.

„Diese Mannschaft hat Potenzial nach oben und vollzog mit dem Sieg im Pokal gegen den WAC ein besonderes Ausrufezeichen“, sieht FCW-Sportchef Alfred Hörtnagl, der spannenden und intensiven Zeiten entgegenblickt, sogar noch Luft nach oben – „wenn die Truppe zusammengehalten werden kann“. Rückblickend auf das abgelaufene Jahr will Vereinsboss Gerhard Stocker herausgestrichen wissen, „dass per 30. Juni die Entschuldung vollzogen wurde“, und dass der Verein auch bei derzeitigem Stand schuldenfrei ist. „Nur die laufende Saison ist noch nicht ausfinanziert. Daran gilt es noch zu arbeiten.“

Gegenwart: Der Präsident kreuzte gestern mit Krawatte auf, und das hatte seinen Grund: „Mit iDM Energiesysteme gewinnen wir nicht nur einen namhaften Tiroler Sponsor, sondern einen starken Partner. iDM steht für mich für Innovation, Energie und den Mut für neue Wege. Wir befinden uns in einer Phase in der genau diese Punkte entscheidend sind.“ Das Osttiroler Familienunternehmen iDM Wärmepumpen unterstützt den FC Wacker die nächsten zweieinhalb Jahre und ist auf der Brust des Wacker-Trikots vertreten. Platz für einen Hauptsponsor ist weiterhin vorhanden. „Wir haben uns eingehend informiert und gingen deshalb die Partnerschaft ein, weil wir überzeugt sind, dass der Club mit seiner Nachwuchsarbeit und dem Potenzial, das in ihm schlummert, Zukunft hat“, erklärte iDM-Geschäftsführer Manfred Pletzer.

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Zukunft: Die hängt ganz davon ab, ob das schon seit Monaten vorbereitete Investorenprojekt zustande kommt. Über Details einer zukunftsweisenden Partnerschaft mit wem auch immer, hüllte sich der Wacker-Vorstand auch gestern in Schweigen. „Weil Verschwiegenheitspflicht vertraglich von beiden Seiten zugesichert wurde.“ Fakt ist, dass der 19. Jänner 2020 Stichtag für Schwarz-Grün wird.

Bei der Generalversammlung werden die Mitglieder entscheiden, ob jene Statutenänderung vollzogen werden, die für das Engagement eines Investors Grundlage sind. „Ich bin guter Dinge, dass wir unsere Mitglieder überzeugen können, weil die Seele des Vereins definitiv nicht verkauft wird“, bestätigte Stocker, dass an Clubname, Logo und Vereinsfarben nicht gerüttelt werden soll. Zu seiner persönlichen Zukunft erklärte der Noch-Präsident, dass er sich der Wahl nicht mehr stellen wird. „Was aber nicht heißen muss, dass ich dem Club, in welcher Funktion auch immer, nicht doch erhalten bleibe.“ Außerdem ist es durchaus möglich, dass die Funktionsperiode des alten Vorstandes bis Juni 2020 verlängert wird und dann eine ordnungsgemäße Übergabe an die neue Führung erfolgt. „Wir kratzen die Kurve“, schloss Stocker seinen optimistischen Blick in die Zukunft.

Sonstiges: Die Wacker-Klage bezüglich der Transfercausa Manuel Maranda – es geht immerhin um rund 600.000 Euro – wurde von der UEFA umgehend und ohne Rückfrage an den FC Barnsley weitergeleitet, was aus Tiroler Sicht schon als positives Zeichen zu werten ist.


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