34 Wetterstationen messen so warmen Dezember wie nie

Nur in Höhen von mehr als 800 Metern ist in Tirol rund um Weihnachten mit Schnee zu rechnen. Insgesamt ist der Dezember viel zu warm.

In tiefergelegenen Gebieten wartet man ungeduldig auf kalte Temperaturen für Schnee oder zum Beschneien – mancherorts wurden Kinderskikurse abgesagt, auch in Rinn (im Bild).
© Jäger

Innsbruck — Weiße Weihnachten sind in aller Munde, die Chancen auf eine Bescherung im Schnee sind zumindest in den Tälern und im Flachland auf null gesunken. So bewegt sich die Schneefallgrenze in den nächsten Tagen laut Wetterdiensten zwischen 700 und 1000 m Seehöhe.

Die besten Chancen auf eine Bescherung im Schnee bestehen nach Angaben der Experten der Österreichischen Unwetterzentrale und auch der ZAMG (Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik) in Osttirol und manchen Tälern Ober­kärntens, andererseits generell in den Nordalpen oberhalb von 1000 Metern. Die Schneefallgrenze steigt laut ZAMG am 24. Dezember zunächst von rund 800 bis 1000 m auf 1200 bis 1500 m Seehöhe im Laufe des Tages an. „Erst in der Christnacht sinkt die Schneefallgrenze im Tagesverlauf wieder bis in viele Täler", erklärt auch Manfred Spatzierer, Chefmeteorologe der Unwetterzentrale. Generell war der diesjährige Dezember viel zu warm: An insgesamt 34 Wetterstationen vom Bodensee über Salzburg bis zum Alpennordrand war es so warm wie noch nie in einem Dezember. Es sei insgesamt deutlich zu mild für diese Jahreszeit, so Spatzierer. Warme Spitzenwerte brachten an den letzten Tagen gleich mehrere Orte, etwa Graz mit 17,3 Grad, aber selbst in Kitzbühel waren 16,6 Grad zu messen.

Insgesamt war das Jahr 2019 ein (zu) warmes. Den größten Beitrag dazu steuerte der Juni 2019 bei. Er war mit einer Abweichung von 4,7 Grad Celsius der wärmste Juni der Messgeschichte in Österreich. In der österreichweiten Auswertung des Niederschlags war 2019 allerdings laut ZAMG eher ein durchschnittliches Jahr. (TT, lipi)

2019: Eines der wärmsten Jahre

Knapp vor dem Jahreswechsel steht fest: 2019 war in Österreich eines der drei wärmsten Jahre seit dem Beginn der Messungen im Jahr 1768. „Berücksichtigt man die Prognosen für die nächsten Tage, liegt 2019 ziemlich sicher im Bereich von 1,5 bis 1,7 Grad Celsius über dem vieljährigen Mittel. Damit ist 2019 im Tiefland und auf Bergen das drittwärmste Jahr der 252-jährigen Messgeschichte“, sagt Alexander Orlik von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG).

„Unter den 15 wärmsten Jahren der Messgeschichte liegen 14 Jahre seit 1994“, sagt ZAMG-Klimatologe Orlik.

Die 15 wärmsten Jahre der Messgeschichte (Datensatz HISTALP-Tiefland) sind: 2018, 2014, 2019, 2015, 1994, 2007, 2016, 2000, 2002, 2008, 2017, 2011, 2012, 2009, 1822. (TT)

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