Algeriens Armeechef Ahmed Gaid Salah gestorben

Der einflussreiche algerische Armeechef Ahmed Gaid Salah ist tot. Das Staatsfernsehen gab den Tod des 79-Jährigen am Montag bekannt, ohne zunächst Angaben über die Todesursache zu machen. Gaid Salah galt seit dem Rücktritt des langjährigen Präsidenten Abdelaziz Bouteflika im April als starker Mann Algeriens.

Bis zum Wahlsieg des früheren Regierungschefs Abdelmadjid Tebboune bei den Präsidentschaftswahlen Mitte Dezember stand Gaid Salah faktisch an der Spitze des nordafrikanischen Staates. Nach Tebbounes Wahlsieg sagte Gaid Salah dem neuen Staatsoberhaupt seine Unterstützung zu.

Gaid Salah spielte eine Schlüsselrolle bei der Durchsetzung der höchst umstrittenen Präsidentschaftswahl. Die Protestbewegung „Hirak“, die weitreichende Reformen in Algerien verlangt, boykottierte den Urnengang. Die Demonstranten forderten, dass vor einem Wahlgang neue demokratische Institutionen geschaffen werden, sowie eine Neuwahl ohne jede Beteiligung Gaid Salahs.

Viele Demonstranten sehen in Tebboune einen engen Vertrauten des algerischen Militärs. Deshalb gingen auch in den Tagen nach der Wahl Zehntausende Menschen auf die Straße und protestierten gegen den gewählten Präsidenten. Nach Ansicht von Beobachtern könnten nach dem Tod Gaid Salahs die politischen Karten in Algerien gänzlich neu gemischt werden.


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