Steigerung gefordert: ÖSV-Damen sind für Brem in der Pflicht

„Es liegt nur noch an uns Athleten“ — Ski-Ass Eva-Maria Brem fordert im Lienz-Riesentorlauf morgen Steigerung.

Viel Schatten, wenig Licht: Auf Eva-Maria Brem und Co. lasten im Riesentorlauf große Erwartungen.
© gepa steiner

Von Roman Stelzl

Lienz — Rang 15 von Ricarda Haaser in Courchevel (USA), Platz 16 von Eva-Maria Brem und Franziska Gritsch als Siebente von Sölden: Es waren drei Tirolerinnen, die heuer als beste Österreicherinnen im Riesentorlauf abschwangen — doch auch sie können die Situation kaum beschönigen. Die ÖSV-Damen stecken im Riesentorlauf in einer (Sinn-)Krise, bleiben weit unter den Erwartungen.

„Ich bin gesund, fit, mir tut nichts weh – es spricht nichts dagegen, dass es mit einem Spitzenplatz klappt", sagt Eva-Maria Brem (Skirennläuferin).
© gepa walgram

Und dass die letzten beiden Bewerbe zwei der schlechtesten seit Jahrzehnten sind, kommt zu einem denkbar schlechten Zeitpunkt, pilgern morgen (10.15/13.30 Uhr, live ORF eins) über 7000 Zuschauer an den Lienzer Hochstein, um dort vorrangig die heimischen Damen zu sehen. Und das nicht nur unter ferner liefen, sondern im Spitzenfeld.

„Wir leben nicht in einer Blase, wo wir nichts mitkriegen. Uns ist bewusst, dass das, was wir bisher gezeigt haben, für die Außenwelt und die Zuschauer zu wenig ist", sagt Eva-Maria Brem, wohlwissend, was von der „stärksten Nation im Skisport" erwartet wird. Und sie ergänzt selbstkritisch: „Das Umfeld, die Trainer, das alles passt super. Wir können uns glücklich schätzen. Jetzt liegt es nur noch an uns Athleten, das alles umzusetzen und das Beste daraus zu machen."

Die 31-jährige Münsterin ist die letzte österreichische Riesentorlauf-Siegerin — immer noch datiert dieser Erfolg der Teamweltmeisterin im März 2016. Seither läuft nicht nur das ganze Team, sondern auch Österreichs Sportlerin des Jahres 2016 einem Erfolg hinterher. Zweieinhalb Saisonen werkte und probierte Brem, ehe es im Frühjahr zur Saisonauskehr wieder mit den Rängen sechs (Spinderlmühle/CZE) und sieben (Andorra) klappte. Ein Lichtblick für die einst von einem Schien- und Wadenbeinbruch 2016 so weit zurückgeworfene Spitzen­athletin.

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Dann folgte im Sommer der Wechsel zurück zu ihrer alten Skimarke Atomic — und mit diesem Umstieg wuchs auch die Hoffnung und die wie eh und je klare Ansage: „Ich fahre, um Rennen zu gewinnen." Doch die Ränge 25 (Sölden), 16 (Killington) und 23 (Courchevel) zeigten ein ganz anderes Bild.

Und bei allem Zweckoptimismus ist sich Brem ihrer Situation bewusst. „Skifahrerisch war das weit von dem Weg, den ich mir vorgestellt habe. Aber es nützt nichts, ich muss weiter an mir arbeiten", ergänzte die dreifache Tiroler Sportlerin des Jahres, die 2015/16 die kleine Kugel im Riesentorlauf-Weltcup holte.

Wieso es nun gerade in Lienz klappen soll, wo sie zwar 2015 Vierte wurde, 2017 aber nach dem verpassten zweiten Lauf einen der dunkelsten sportlichen Tage ihrer Karriere erlebte? Brem überlegt nur kurz. „Ich bin gesund, fit, mir tut nichts weh — es spricht also nichts dagegen, dass es mit einem Spitzenplatz klappt." Das Hauptproblem für den Rückstand liegt woanders: der kurze Schwung. „Der hat mich so schnell gemacht, aber den bringe ich nicht dauerhaft auf die Piste. Aber genau daran arbeite ich", ergänzte Brem.

Mit ihr hoffen die Fans vor allem auf die aufstrebende Sölderin Franziska Gritsch sowie die Mauracherin Ricarda Haaser. Sie alle können wie ihre Kolleginnen nur überraschen. Und das zum 50-Jahr-Jubiläum des Weltcups in Lienz? Klingt ja fast kitschig.


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