Ukraine und Separatisten tauschen Gefangene aus

Die ukrainischen Regierungstruppen und pro-russische Separatisten in der Ostukraine haben mit einem umfassenden Gefangenenaustausch begonnen. Das berichteten mehrere russische Nachrichtenagenturen und auch das ukrainische Präsidialamt bestätigte die Nachricht.

Der Austausch habe am Kontrollposten Majorske in der Region Donezk begonnen, erklärte das ukrainische Präsidialamt am Sonntag auf Twitter. Die Konfliktparteien teilten zunächst keine genauen Zahlen mit.

Die ostukrainischen Separatisten hatten am Samstag erklärt, dass sie 55 Gefangene freigeben und im Gegenzug 87 Gefangene übergeben bekommen sollten. Ukrainische Medien berichteten, die pro-russischen Rebellen würden hauptsächlich Angehörige der ukrainischen Armee sowie inhaftierte Aktivisten und Journalisten freilassen.

Auf Live-Aufnahmen, die vom ukrainischen Präsidentenbüro übertragen wurden, waren zwei Busse zu sehen, die auf einem von ukrainischen Soldaten bewachten Feld in der Nähe des Dorfes Odradivka, im von Kiew kontrollierten Gebiet, etwa zehn Kilometer von der Frontlinie entfernt, ankamen. Journalisten war der Zugang zu dem Gebiet nicht gestattet.

Nach Abschluss des Austausches sollen alle noch verbliebenen Gefangenen, die in dem 2014 ausgebrochenen Konflikt gemacht wurden, nach Hause zurückgekehrt sein. Darauf hatten sich der russische Präsident Wladimir Putin und sein ukrainischer Amtskollege Wolodymyr Selenskyj im Dezember auf dem Ukraine-Gipfel im Paris verständigt.

Einen ersten großen Gefangenenaustausch in dem seit 2014 währenden Ukraine-Konflikt hatte es Anfang September gegeben. Damals tauschten die Ukraine und Russland jeweils 35 Gefangene aus.


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