Arbeitsmarkt im Bezirk Landeck: Vom Schlussdrittel ins Mittelfeld

Erstes Halbjahr 2019 analysiert: Eine AK-Studie bescheinigt dem Bezirk Landeck eine durchschnittliche Entwicklung am Arbeitsmarkt. Das gilt auch für den Rückgang der Arbeitslosigkeit.

Der Bezirk Landeck – im Bild das weihnachtliche Stadtzentrum von Landeck – hat sich laut jüngsten Regionaldaten überwiegend positiv entwickelt.
© Wenzel

Landeck –Laut der jüngsten Pöchhacker-Studie zählte der Tourismusbezirk zuletzt zu den „Top-5-Aufsteigern“ im österreichweiten Ranking, die TT berichtete. Nach Jahrzehnten im Schlussdrittel diverser Wirtschafts- und Sozialstatistiken konnte sich der Bezirk 2018 gleich um 27 Plätze verbessern und landete auf Rang 40 unter den 94 Bezirken Österreichs. Die Autoren hatten die „Zukunftsfähigkeit“ analysiert. Geht der Aufwärtstrend so weiter?

Die AK Tirol hat kürzlich den bezirksweiten Arbeitsmarkt, Sozialversicherungsbeiträge und Lohnsteueraufkommen im ersten Halbjahr 2019 analysiert. Die Bewertung fällt jedoch weniger euphorisch aus.

Laut Studie waren 21.362 Beschäftigungsverhältnisse gemeldet. Das sind 354 bzw. 1,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Autoren resümieren: „Damit liegt Landeck im Tiroler Mittelfeld.“ Das gelte auch für den Rückgang der Arbeitslosigkeit. „Im Vergleich zum Vorjahr waren 141 Personen weniger auf Jobsuche gemeldet.“ Mit durchschnittlich 1643 gemeldeten Arbeitslosen liege der Bezirk jedoch weiterhin im Schlussdrittel.

Frauen sind von Arbeitslosigkeit (7,9 Prozent) stärker betroffen als Männer (6,6 Prozent). Positiv vermerkt wird, dass die Arbeitslosigkeit bei jungen Leuten bis 25 Jahre im ersten Halbjahr ebenso rückläufig war wie in der Generation 50 plus. Bei den Arbeitsmarktdaten im tirolweiten Ranking schneiden die Bezirke Innsbruck und Innsbruck-Land am besten ab.

Bei der Einkommens- und Steueranalyse wird in der Studie darauf hingewiesen, dass sich die Erhebungen nicht auf den Arbeitsort, sondern auf den Wohnort der Beschäftigten beziehen. Zudem merken die Autoren an: „Zieht man einen Vergleich zu den Tiroler Bezirken, so wird das Stadt-Land-Gefälle deutlich sichtbar.“

Im Ranking der Jahresbruttoeinkommen trägt Landeck die Rote Laterne. Die unselbstständig Beschäftigten verdienten 24.386 Euro. Womit die Steuerleistung pro Bezieher bei 2787 Euro lag, zudem wurden 3422 Euro an Sozialversicherungsabgaben geleistet. Als wesentliche Ursache für die niedrigen Einkommen sehen Experten der Sozialpartner den vergleichsweise hohen Anteil an saisonaler Beschäftigung in der Freizeitwirtschaft.

Nach dieser wenig erfreulichen Feststellung kommt aber ein dickes Plus für den Bezirk: „Im Zeitraum von zehn Jahren (2008–2017) sind die Bruttobezüge um 23 Prozent gestiegen. Das ist der stärkste Zuwachs tirolweit.“

Weiterhin groß sind „geschlechtsspezifische Ungleichheiten“, wie die Autoren der AK aufzeigen: „Die stärksten Abweichungen finden sich in den Bezirken Reutte, Landeck und Imst.“ Der Anteil Landecks an den Bruttobezügen in Tirol insgesamt liegt bei 5,7 Prozent. Davon entfallen 34,6 Prozent auf die Frauen und 65,4 Prozent auf die Männer. Bei der Lohnsteuerleistung im Bezirk macht der Anteil der Frauen 23 Prozent aus, jener der Männer 77 Prozent. (hwe)


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