Bahnverkehr weiter gestört: Streiks haben Frankreich im Griff

Frankreichs Regierung sucht eine Lösung im Konflikt um die Rentenreform. In der kommenden Woche soll es ein neues Treffen zwischen Regierung und Sozialpartnern geben.

Auch am Freitag waren der Bahnverkehr im Land und der Nahverkehr in Paris wieder gestört – auch wenn sich die Lage leicht besserte.
© AFP

Paris – Angesichts der Dauerstreiks sucht Frankreichs Regierung eine Lösung im festgefahrenen Konflikt um die Rentenreform. Premierminister Édouard Philippe empfing am Freitag mehrere Minister, um sich zu beraten, wie französische Medien berichteten. In der kommenden Woche soll es ein neues Treffen zwischen Regierung und Sozialpartnern geben.

Auch am Freitag waren der Bahnverkehr im Land und der Nahverkehr in Paris wieder gestört – auch wenn sich die Lage leicht besserte. Gut 31 Prozent der Lokführer legten die Arbeit nieder, wie die Staatsbahn SNCF mitteilte. Über alle Bahnmitarbeiter hinweg war die Streikrate die niedrigste seit Beginn der Ausstände. In Paris lief der Metroverkehr auf einigen Linien normal, viele fuhren aber weiter nur zu Stoßzeiten. Auch einige seit Wochen geschlossene Metrostationen öffneten ihre Türen wieder.

Für die kommende Woche gibt es weitere Streikaufrufe, so etwa auch bei der Fluggesellschaft Air France. Am kommenden Donnerstag ist ein neuer Massenprotest geplant. Nach Angaben der französischen Zeitung „Le Parisien“ wurden seit Beginn des Streiks am 5. Dezember rund 1,5 Millionen Tickets bei der Bahn storniert. Davon habe die SNCF rund 1,4 Millionen erstattet – bei dem Rest gebe es Probleme, etwa weil die Tickets in bar gezahlt wurden und man keine Bankverbindung habe, so die SNCF zu der Zeitung. Der Streik bei der SNCF dauert nun schon länger an als der große Streik, der im Winter 1986/1987 den Zugverkehr lahmgelegt hatte. (APA/dpa)

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