Herzog für EM gerüstet: „Je mehr Druck, desto besser“

Vor der Eisschnelllauf-EM in Heerenveen zeigt sich Vanessa Herzog zuversichtlich. Das Ziel der Tirolerin ist eine Medaille, der Traum lautet Gold.

Vanessa Herzog hat bei der EM in Heerenveen eine Medaille im Visier.
© gepa

Der Saisonstart lief ja nicht nach Wunsch mit der Disqualifikation gleich zum Auftakt. Wie schwer war es, diesen „Tiefschlag“ zu verarbeiten? War dadurch die Automatik im System gestört?

Vanessa Herzog: Es war ein unglücklicher Saisonstart und mental eine Herausforderung, da das System im Spitzensport sehr fragil ist. Auch der zweite Weltcup in der B-Gruppe war nicht hilfreich. Am Start funktioniert das System seit Japan aber wieder.

Es ging dann wieder aufwärts, aber so ganz die Alte schienen Sie auch bei den nächsten Weltcups noch nicht zu sein, vor allem über 1000 m. Woran lag es bzw. liegt es?

Herzog: Der Weltcup Nummer vier war auf dem Niveau der Vorsaison, mit dem ersten Sieg gegen Nao (Kodaira, Olympiasiegerin, Anm.) auf ihrer Heimbahn. Am 1000er haben wir einen technischen Fehler gefunden.

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Mit welchen Erwartungen gehen Sie nun in Heeren­veen das Projekt Titelverteidigung an?

Herzog: Ziel ist eine Medaille, der Wunsch Gold. Die Russen – Männer und Frauen – haben sich im Sprint in dieser Saison alle gewaltig verbessert und sind aufgrund von stark schwankenden Zeiten nicht wirklich einzuschätzen. Selbst schnell fahren und dann abwarten, wie viel das wert war ...

Haben Vorschusslorbeeren samt Titel als „Sportlerin des Jahres“ womöglich unbewusst den Erwartungsdruck von innen wie außen erhöht?

Herzog: Je mehr Druck, desto besser fahre ich. Und die Aufmerksamkeit für Eisschnelllaufen sehe ich äußerst positiv.

Welche Details fehlen noch, an denen Sie zuletzt im Inzell-Training gefeilt haben? Wie viel Luft ist gefühls­mäßig nach oben noch drin? Ist eines der (Saison-)Ziele auch, die 37 Sekunden am 500er zu knacken und am Saisonende in Salt Lake City auf Weltrekordjagd zu gehen?

Herzog: Es ist in allen Segmenten noch ein wenig Luft zum perfekten Lauf. Ziel ist eine Medaille, der Traum die Titelverteidigung. Gelingt das alles, dann werde ich auch im Bereich des Weltrekords sein.

Das Gespräch führte Josef Metzger


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