Kinderarzt rät zu später Impfung gegen Influenza

Primar Franke warnt vor Influenzavirus. Ernsthafte Komplikationen bei Kindern möglich.

Primar Jörg Franke.
© BKH Reutte

Ehenbichl –Die Grippewell­e hat Tirol in diesem Winter so früh und so heftig wie selten zuvor erwischt. Vor Weihnachten mussten sogar zwei Schulen geschlossen werden, da so viele Kinder am Influenzavirus erkrankt waren. Primar Jörg Franke, Leiter der Abteilung für Kinderheilkunde, Jugendmedizin und Neonatologie am Bezirkskrankenhaus Reutte, ruft Eltern dazu auf, ihre Kinder auch jetzt noch impfen zu lassen. „Obwohl sich die Situation über die Feiertage vorerst entspannt hat, steht der Höhepunkt der Grippewelle noch bevor“, lässt Franke wissen. Zu den Risikopatienten zählen ältere oder immunschwache Personen sowie Kinder und Jugendliche. Franke: „Bei ihnen ist die Ansteckungsgefahr besonders hoch, denn Kinder haben mehr und engere Kontakte, etwa in Kindergärten oder Schulen.“

Das in diesem Jahr weit verbreitete Influenzavirus vom Typ A verursache laut Primar Franke sehr starke Beschwerden und sei eine ernsthafte Erkrankung. Viele Kinder seien damit noch nicht in Kontakt gekommen und hätten daher keine Immunisierung entwickeln können. „Bei Kindern können sich vor allem durch Zweitinfektionen mit Bakterien ernsthafte Komplikationen ergeben. Dazu gehören unter anderem Entzündungen des Herzmuskels, der Lunge oder der Nieren sowie des Nervensystems“, erklärt der Mediziner und fügt hinzu: „Die Impfung ist der beste Schutz, damit eine Grippe gar nicht erst ausbricht. Wenn Kinder gegen Grippe geimpft sind, ist auch die Ansteckungsgefahr für ältere oder chronisch kranke Personen im Haushalt deutlich geringer.“

Der Experte rät, Kinder und Jugendliche auch jetzt noch gegen die Grippe impfen zu lassen: „Natürlich ist eine Impfung im Oktober und November am sinnvollsten. Aber auch wenn sich die Erkrankung bereits verbreitet hat, ist eine Impfung noch möglich. Nur dadurch kann die weitere Ansteckungsgefahr minimiert werden. Kinder, die bereits Symptome einer Erkrankung zeigen, können die Impfung jedoch nicht mehr in Anspruch nehmen.“

Für Säuglinge und Kleinkinder ab dem vollendeten 6. Lebensmonat wird die Impfung besonders empfohlen. Kinder erhalten bei Erstimpfung zwei Dosen im Abstand von mindestens einem Monat. Nach etwa zwei bis drei Wochen hat der Impfschutz seine volle Wirksamkeit erreicht. Bei Erwachsenen ist eine Einzelimpfung ausreichend.

Die Impfung wird in den Gesundheitsämtern und Ordinationen von Allgemeinmedizinern sowie Kinderärzten angeboten. Der Impfstoff ist in den Apotheken erhältlich. (TT, fasi)


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