SsangYong Korando: Schicker Alleskönner zum heißen Preis

SsangYong wildert seit 2010 mit dem Korando recht erfolgreich im Revier der altbekannten SUV-Hersteller. Mit dem aktuellen Modellupdate wollen die Südkoreaner einen großen Schritt nach vorne machen.

Der SsangYong Korando ist mit Diesel-, Benzin- und zukünftig auch mit E-Motor erhältlich.
© Angela Fuchs

Von Martin Lugger

Kramsach – Seit Jahren sind die Kompakt-SUV für viele Hersteller jenes Segment, das sowohl Image als auch Geschäftszahlen entscheidend prägt. Alle wollen ein möglichst großes Stück vom Kuchen – SsangYong wildert seit 2010 mit dem Korando recht erfolgreich im Revier der altbekannten SUV-Hersteller. Mit dem aktuellen Modellupdate wollen die Südkoreaner einen großen Schritt nach vorne machen. Und das gelingt in vielerlei Hinsicht auch mit Bravour.

„Tut es nicht auch ein kleineres Auto?“ – Die Frage nach der Sinnhaftigkeit eines SUV hat sich nach dem Einsteigen in den Korando schnell erledigt. Man sitzt erhaben, der Komfort ist unvergleichlich, das Fahrgefühl fast schon herrschaftlich. Wer hier zu viele Superlative vermutet, mache eben die Probe aufs Exem­pel. Dem Korando gelingt es zudem, den Eindruck von Wertigkeit zu vermitteln. Das Hochglanz-Interieur kratzt an einer Klasse höher, die Haptik ist hervorragend.

Schon auf den ersten Blick überzeugt das neue Facelift. Die Zeit der verspielten, knuffigen Rundungen ist endgültig vorbei. Der Paradigmenwechsel beim Design steht dem Korando außerordentlich gut. Kantiger, seriös und erwachsen wirkt er – endlich auch von hinten.

Auch technisch macht der bullige SsangYong nun auf dicke Hose. Neben den serienmäßigen LED-Scheinwerfern bekommt man je nach Konfiguration das elektronische Komplettpaket. Von Spurhalte-, Querverkehr- und Totwinkelassistenten über den adaptiven Tempomaten bis hin zum autonomen Bremssystem ist so ziemlich jedes Hightech-Feature vertreten. Gerade Puristen freuen sich, dass die vielfältigen Sensoren und ihre Rückmeldung individuell angepasst werden können. Was teilweise auch ratsam scheint, denn sonst wird knappes Ausparken im Berufsverkehr schnell zur vielstimmigen Warnsignal-Kakophonie.

TT-ePaper gratis testen und 2 VIP-Tickets für das Electric Love Festival gewinnen

Electric Love Festival

Motorisch ist man mit dem angenehm laufruhigen 1,6-Liter-Dieselaggregat in allen Lagen gut bedient. Die 136 PS liefern erwartungsgemäß keine Leistungsexplosion, allerdings liegt jederzeit ein sattes Drehmoment an. In Verbindung mit der fein abgestimmten 6-Stufen-Automatik, die per Schaltwippen overruled werden kann, ist eine durchaus sportliche Fahrweise möglich. Das Fahrwerk ist tadellos und schafft den Spagat zwischen Komfort und Sportlichkeit. Das Platzangebot ist selbst für die Fahrzeugklasse großzügig. Auch hinten sitzt man äußerst bequem, sogar am sonst oft so verhassten Mittelsitz.

Makel zu finden, fällt beim Korando schwer. SsangYong scheint hier ein großer Wurf gelungen zu sein. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist sowohl beim Basismodell als auch in der top ausgestatteten 4WD-Testkonfiguration eine echte Ansage. Richtige Schwächen leistet sich der Korando keine, vorausgesetzt, man hat kein ideologisches Problem mit dem hier zelebrierten Technik-Overkill. Wer ein preiswertes Allround-SUV sucht, dem macht der Korando die Entscheidung einfach. Er ist die sprichwörtliche eierlegende Wollmilchsau – noch dazu im Nerz-Look.

Die Technik

Motor: Vierzylinder-Dieselmotor

Hubraum: 1597 ccm

Drehmoment: 324 Nm

Leistung: 100 kW/136 PS

L/B/H: 4450/1870/1620 mm

Gewicht: 1700/2250 kg

Kofferraumvolumen: 551 l

Tankinhalt: 47 l

Höchstgeschwindigkeit: 181 km/h

0–100 km/h: k. A.

Verbrauch lt. Hersteller: 6,4 l/100 km

Kraftübertragung: Allrad

Preis: ab 28.490 Euro

CO2-Emission: 170 g/km


Kommentieren


Schlagworte