Privatsphäre von Kindern: Sie sind klein, aber Nein ist Nein

Im Kinderbuch „Mein Popo ist meine Sache“ geht es um die Privatsphäre der Kleinsten.

Kinder möchten auch ungestört sein, wenn sie mal müssen.
© Getty Images/iStockphoto

Innsbruck –Töpfchen-Fotos gibt es vermutlich in jedem Familienalbum. Eltern finden es einfach so putzig, wenn ihr Nachwuchs zum ersten Mal in den Topf pullert. Allerdings haben diese Bilder einen begrenzten Zuschauerraum.

In der heutigen Zeit, in der Milliarden von Fotos in den Weiten des Internets herumschwirren, werden die Bilder mit der ganzen Welt geteilt. Im Netz wird aus einer harmlosen Situation mitunter eine weniger harmlose. Und trotzdem gibt es sie: die Topf-, Badezimmer- und Nackedei-Bilder der Kinder, die mit den Facebook-Freunden geteilt werden – ohne die Kinder um Erlaubnis zu fragen.

Um die Privat- und Intimsphäre sowie um die Wahrung der persönlichen Grenzen des Kindes geht es in Beate Troyers neuestem Kinderbuch, das von Helmut Flattinger illustriert wurde. „Mein Popo ist meine Sache“ heißt das Werk, in dem ein Töpfchen-Szenario genauso thematisiert wird wie der Badewannen-Schnappschuss oder eine Badehosen-Diskussion. „Der Titel zum Buch stammt von meiner fünfjährigen Enkelin“, erzählt die Tiroler Autorin und langjährige Sozialarbeiterin. „Ich wollte sie aufs Klo begleiten zum Helfen. Dort hat sie gesagt: Mein Pop­o ist meine Sache“, berichtet Troyer. Genau solche Gefühlsäußerungen sollten ernst genommen und ein „Nein“ als solches respektiert werden, sagt die Autorin.

Troyer wollte mit dem Buch Eltern nicht belehren, wie sie sagt, sondern darauf aufmerksam machen, dass man gerade im sozialen Nahraum achtsam sein sollte, wo Grenzen sind und das Schamgefühl der Kinder verletzt wird. Denn Kinder haben ein Recht auf Privatsphäre. (nic)

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