Biowärme Imst ersetzte bereits 42 Mio. Liter Heizöl

Das Biomasseheizkraftwerk wird umgebaut. Die Erzeugung von Ökostrom fällt weg, man konzentriert sich noch mehr auf Wärme.

Die Biowärme Imst hat in den vergangenen 15 Jahren die Imster Wärmeabnehmer mit rund 355 Gigawattstunden an regenerativer Energie beliefert und damit 42 Mio. Liter Heizöl ersetzt.
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Von Alexander Paschinger

Imst –Die Kelag Energie & Wärme GmbH (KEW) als Eigentümer setzt bei der Biowärme Imst (BWI) wieder auf das Kerngeschäft der Anlage: Es ist geplant, die Ökostromerzeugung heuer rückzubauen, man konzentriert sich wieder auf die Belieferung des Stadtgebiets mit Biowärme. Am Donnerstag gab es dazu vor Ort eine Verhandlung über die Betriebsanlagenänderung. Seitens der Stadt wird die Investition positiv gesehen. „Jede Besserung in Sachen Emissionen ist erfreulich“, meint etwa der Obmann des Imster Umweltausschusses, GR Norbert Praxmarer.

Tatsächlich hat die Biowärme viel zur Verbesserung der Luftqualität in Imst beigetragen. Denn die Bezirkshauptstadt schien einst regelmäßig in den Statistiken über Luftschadstoffe aufgrund der vielen Heizungen, der Autobahn und der Inversionswetterlagen durch die Kesselsituation ganz vorne auf. Vor 15 Jahren wurde das Heizkraftwerk errichtet, mittlerweile werden über ein Leitungsnetz von 28 Kilometern rund 430 Objekte inklusive öffentlicher Gebäude und Betriebe beliefert. Größter Abnehmer, aber auch wichtiger Zulieferer des Heizmaterials ist Holz Pfeifer.

„In den letzten 15 Jahren konnte die BWI mit dieser Anlage rund 355 GWh an regenerativer Energie den Wärmekunden in Imst zur Verfügung stellen“, heißt es in den Unterlagen zur Betriebsanlagen-Verhandlung. Das entspreche „einem abgeleiteten Ölverbrauch von 42 Mio. Liter Heizöl Extraleicht“.

„Wir investieren in eine neue, moderne Biomassewarmwasserkesselanlage, welche sich bestens bewährt“, erklärt Thomas Fussenegger von der Biowärme.

Durch den Ausbau und die Verdichtung des Fernwärmenetzes sei damit zu rechnen, dass der Absatz voraussichtlich um 1,5 bis zwei Prozent jährlich steigen wird. „Die Nachfrage nach Biowärme ist nach wie vor ungebrochen“, bestätigt Fussenegger.

Dem Imster Umweltreferenten Praxmarer liegt vor allem die Luftqualität am Herzen, auch wenn er den Ausstieg aus der Ökostromerzeugung ein wenig bedauert. „Wenn aber der Umbau erfolgt, damit es auch neue Anschlüsse geben kann, dann ist das erfreulich.“ Auch die Installierung eines zweiten Elektrofilters „klingt gut“, so Praxmarer. Fussenegger bestätigt, dass mit dem zusätzlichen Filter noch mehr Staub­emissionen eingespart werden können.

Neben besserer Luft ist die Biowärme auch für eine andere Annehmlichkeit in der Stadt verantwortlich: Sie sorgt nämlich für die Beheizung des Imster Freischwimmbads und sichert somit den fixen Öffnungstermin am 1. Mai.


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