Aufregung bei Einsatzkräften: In Leitstelle Tirol fiel das System aus

Weil ein Update in der Leitstelle deutlich länger als erwartet dauerte, mussten die Mitarbeiter zu Bleistift und Papier greifen.

(Symbolbild)
© Oblasser

Von Thomas Hörmann

Innsbruck –Ein mehrstündiger Systemausfall in der Leitstelle Tirol sorgte kürzlich für Aufregung bei den Einsatzkräften. Fast eine ganze Nacht lang musste die Kommunikation über Funk und Pager abgewickelt werden, die Verbindung zu Sanitätern und Feuerwehrmännern über die Car-PCs (Computer in den Einsatzfahrzeugen) war nicht mehr möglich. „Die Folge eines Updates, das länger dauerte als erwartet“, bestätigt Bernd Noggler, Chef der Leitstelle Tirol, den Ausfall: „Wir mussten die Einsätze wie vor 20 Jahren abwickeln.“ Statt Tastatur und Computer fanden in der Leitstelle in der Hunoldstraße wieder Bleistift und Papier Verwendung.

Wie Noggler betont, war der Systemausfall keine Überraschung: „Wir wussten, dass wir während des Updates unsere Computer nicht oder nur sehr eingeschränkt verwenden können.“ Die Einsatzkräfte seien vorab von den zu erwartenden Kommunikationsproblemen informiert worden, „auch unsere Mitarbeiter wussten Bescheid“, so Noggler weiter. „Für uns war das eine Übung für den Fall, dass das System einmal überraschend ausfällt.“ Allerdings wurde diese Übung zur Geduldsprobe: Anstatt der erwarteten ein bis zwei Stunden dauerte es die ganze Nacht, bis das Kommunikationssystem über die Computer wieder einsatzbereit war. „Wir haben das Update bewusst in der Nacht durchgeführt, weil dann erfahrungsgemäß weniger Alarmierungen durchzuführen sind.“

Wie der Leitstellen-Chef versichert, führte der Ausfall zu keinen gröberen Problemen: „Wir hatten in jener Nacht etwa 100 Einsätze, die allesamt ohne Schwierigkeiten abgewickelt werden konnten.“ Für die Anrufer, die die verschiedenen Notfälle in die Leitstelle meldeten, änderte sich nichts – ihre Notrufe wurden wie immer von den Leitstellenmitarbeitern entgegengenommen. Für die Einsatzkräfte in den Rettungs- und Feuerwehrautos sah die Situation anders aus – die Informationen zu den Notfällen konnten nicht wie üblich auf die Bildschirme der Car-PCs übermittelt werden, sondern nur noch über die Funkgeräte. Die Rückmeldungen von den Einsatzorten mussten die Mitarbeiter der Leitstelle mit Bleistiften auf Papier „speichern“.

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