Machtübergabe in Malta: Wahl von Nachfolger für Premier Muscat

Die Mitglieder der sozialdemokratischen Labour-Partei waren am Samstag zur Wahl eines neuen Vorsitzenden aufgerufen. Hintergrund des Rückzugs Muscats ist der Mord an der regierungskritischen Journalistin Daphne Caruana Galizia vor mehr als zwei Jahren.

Maltas Regierungschef Josef Muscat.
© AFP

Valletta – In Malta hat die schrittweise Ablösung von Premierminister Joseph Muscat mit der Wahl eines neuen Parteichefs begonnen. Hintergrund des Rückzugs Muscats ist der Mord an der regierungskritischen Journalistin Daphne Caruana Galizia vor mehr als zwei Jahren.

Die Mitglieder der sozialdemokratischen Labour-Partei waren am Samstag zur Wahl eines neuen Vorsitzenden aufgerufen. Der Sieger der Abstimmung soll danach zum nächsten Regierungschef des kleinen EU-Landes ernannt werden.

Der Regierung in Valletta wurde vorgeworfen, die Ermittlungen in dem Mordfall an der Bloggerin verschleppt zu haben oder selbst darin verwickelt zu sein. Regierungschef Muscat (45) hatte im Dezember mitgeteilt, dass er im Jänner den Parteiposten räumt – und danach als Premier abtritt. Auch die Europäische Union hatte in dem Fall Druck gemacht.

Resultate erst Sonntagfrüh

Die rund 17.500 Labour-Partei-Mitglieder können ihre Stimmen zwischen 8 Uhr morgens und 20 Uhr abends abgeben. Für das Parteiamt bewerben sich der Vize-Regierungschef und Gesundheitsminister Christopher Fearne (56) und der Abgeordnete Robert Abela (42). Mit Resultaten wird erst Sonntagfrüh gerechnet.

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Muscat hatte am Freitagabend vor einer dicht gedrängten Anhängerschar in einer Sporthalle in Paola bei Valletta eine Abschiedsrede gehalten. Er lobte die Erfolge seiner Regierung etwa auf wirtschaftlichem Gebiet, wie die Zeitung Times of Malta hervorhob. Und er bedauerte die Entwicklung im Mordfall Daphne Caruana Galizia. „Was sie schrieb, hat mir wehgetan, aber nichts ist vergleichbar mit dem, was ihre Familie durchmachen musste“, zitierte ihn die Zeitung.

Die Journalistin war am 16. Oktober 2017 in ihrem Auto in die Luft gesprengt worden. Die damals 53-Jährige hatte über Korruption bei Regierung und Geschäftsmännern auf Malta recherchiert. (APA/dpa)


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