Wenn das Spielen zur Sucht wird

Ein Vortrag in der Wirtschaftskammer Lienz gibt Einblick in die Welt der Computerspiele und zeigt Suchtpotenzial auf.

© Gamescom/Koelnmesse

Von Christoph Blassnig

Lienz –Die Hersteller von Computerspielen bilden weltweit längst einen eigenen Industriezweig. In Asien werden Computerspieler wie Helden gefeiert und verehrt. Was fesselt Menschen jeden Alters so sehr, dass manche den größten Teil ihres Tages in eine digitale Parallelgesellschaft verlegen? Wie wird aus einem gelegentlichen Vergnügen schließlich Sucht?

Bernd Haidacher, Lehrer an der Landwirtschaftlichen Lehranstalt in Lienz, hält übermorgen in der Wirtschaftskammer Lienz einen Vortrag „für Anfänger“ zum Thema „Computerspiele: Sucht oder Vergnügen?“. „Ich gebe einen Einblick für all jene, die verstehen wollen, was ihre Freunde, Kinder und Enkel so daran fesselt“, erläutert Haidacher. Österreich hinke der weltweiten Entwicklung zwar insgesamt hinterher, und Osttirol sei noch einmal zehn bis fünfzehn Jahre zurück, schätzt der Pädagoge vorsichtig. Doch der Einstieg in die Welt der Computerspiele ist im Zeitalter des mobilen Internetzugangs über das Smartphone so einfach wie nie zuvor. „Eine deutsche Studie hat herausgefunden, dass die größte Gruppe der spielenden Erwachsenen über 50 Jahre alt ist“, berichtet Haidacher. Spieler finde man in allen Altersgruppen und in allen Gesellschaftsschichten, es handle sich um ähnlich viele Frauen wie Männer. Am häufigsten seien Kinder und Jugendliche im Alter von zehn bis 19 Jahren vom Virus befallen. Das Suchtpotenzial sei jedenfalls gegeben.

Haidacher vergleicht die Mechanismen des Computerspiels mit jenen des Glücksspiels. „Der Unterschied ist die Geschwindigkeit. Ein Zug am einarmigen Banditen im Casino dauert einen Moment, das Ergebnis, vielleicht ein Gewinn, wird im Hintergrund durch Zufallszahlen ermittelt. In der virtuellen Welt kann man in einer Minute Hunderte solcher Spielzüge bestreiten.“ Am Beispiel eines Action-Rollenspiels wird der Vortragende darlegen, was im Hintergrund der bunten Parallelwelten geschieht.

Der Vortrag findet am 16. Jänner im Gailtal-Raum der Wirtschaftskammer Lienz statt. Beginn ist um 19 Uhr. Der Eintritt ist frei.


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