Vortrag: Ein Zusammenleben mit Konflikten

Der Lienzer Dekan Franz Troyer hält den Vortrag „Korinth – damals und heute“ in Brixen, Innsbruck und Lienz.

Konflikte unter Menschen und wie eine Gemeinschaft damit umgehen kann, davon erzählen die Korintherbriefe in der Bibel.
© Getty Images/iStockphoto

Von Christoph Blassnig

Brixen, Innsbruck, Lienz – Wie umgehen miteinander in einer Gemeinschaft voller Widersprüche? „In einer Gemeinde dürfen hoffentlich nicht nur die Besten und die Frommen zusammenkommen, sondern alle“, sagt Franz Troyer, Dekan in Lienz und Leiter der Bibelpastoral in der Diözese Innsbruck. „Auch eine Glaubensgemeinschaft ist keine heile Welt. Eine Pfarrgemeinde kann ein Übungsfeld sein für den Umgang mit Konflikten.“ Niemand dürfe ausgeschlossen werden.

„Dass früher nicht alles besser war, sondern kaum anders als heute, das belegen die Briefe in der Bibel, die der Apostel Paulus einst an die christliche Gemeinde in Korinth sandte“, erklärt der Dekan. Die kleine Gemeinde bestand aus einigen Hauskirchen und zählte wohl insgesamt 200 Mitglieder, die gesamte Hafenstadt Korinth dagegen 100.000. In der christlichen Gemeinschaft traten große Konflikte zutage, wie sie auch heute das Leben betreffen. Es gab soziale Spannungen und Parteiungen. Streit unter den Christen wurde vor den heidnischen Richter gebracht. Ehelosigkeit, Ehebruch und Unzucht („Unzucht ist Missbrauch des Leibes“) waren damals genauso Themen, wie sie es heute sind. „Paulus antwortet mitunter widersprüchlich, etwa bei der Rolle der Frau im Gottesdienst“, erläutert Troyer. „In Korinth beteten und verkündeten Frauen so selbstverständlich wie Männer.“ Paulus selbst war auch Anfeindungen ausgesetzt, viele lehnten ihn als Apostel ab. Paulus verteidigt sich in den Briefen und betont mehrfach, dass er Apos­tel Jesu Christi sei. Paulus argumentiert teilweise sehr persönlich und emotional. Einmal heißt es: „Der Weg der Liebe ist das Höchste im Leben.“ Gegen Ende seines Wirkens in Korinth wurde Paulus gar beim Prokonsul angeklagt. Dieser wies die Klage ab.

„Seit zehn Jahren laden wir zum Tiroler Bibelkurs, einem Gemeinschaftsprojekt zwischen Nord-, Süd- und Osttirol“, beschreibt Troyer seinen Vortrag als Teil einer Reihe, die sechs Veranstaltungen jährlich aufweist. Die Referenten bieten ihre jeweiligen Kurse immer an drei aufeinanderfolgenden Tagen im Kloster Neustift bei Brixen, in Innsbruck sowie im Bildungshaus Osttirol in Lienz an. Heute Abend um 18.45 Uhr gastiert der Leiter der Bibelpastoral im Kloster Neustift, morgen um 19 Uhr im Pfarrsaal Allerheiligen in Innsbruck und übermorgen um 19 Uhr in Lienz. „Zu diesem Abend ist jeder Interessierte, natürlich auch ohne biblische Vorkenntnisse, eingeladen“, sagt Troyer.

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