Neun Millionen Euro für neue Kombibahn am Glungezer

Der Betrieb läuft so gut, dass die Glungezerbahn das Investitionsvolumen aufstockt. Der Bau der neuen Bahn auf Tulfein soll im Sommer starten.

Fantastische Ausblicke sind beim Skifahren am Glungezer inklusive.
© Tourismusverband Hall Wattens

Von Denise Daum

Tulfes – Der Glungezer bleibt heute zu; trotz guter Verhältnisse und schönen Wetters. „Geschlossene Gesellschaft“, lacht der Tulfer Bürgermeister Martin Wegscheider und nimmt es gelassen, dass die Anlagen heute genauso wie gestern aufgrund dringender technischer Arbeiten stillstehen müssen. Glungezer-Geschäftsführer Walter Höllwarth nutzte den gestrigen freien Tag, um nach Innsbruck in die Umweltabteilung des Landes Tirol zu fahren und die geplante neue Bahn von Halsmarter auf Tulfein für die naturschutzrechtliche Genehmigung einzureichen.

Entschieden hat man sich nun für eine Kombibahn, bei der sowohl Gondelkabinen als auch Sessel eingehängt werden können. Kostenpunkt: rund 9 Millionen Euro und damit 3,5 Millionen Euro über den geplanten Kosten für die Erneuerung der zweiten Liftsektion. Ursprünglich waren in dem mit Unterstützung von TVB Hall-Wattens, Tulfes, Land Tirol und den Umlandgemeinden geschnürten Investitionspaket von insgesamt 16,5 Millionen Euro nur 5,5 Millionen für die Erneuerung der Sektion 2 vorgesehen.

Für Walter Höllwarth ist das aber kein Problem: „Wir können die 3,5 Millionen Euro aus eigener Kraft finanzieren und brauchen keine weiteren öffentlichen Gelder.“ Das Geschäft laufe nämlich sehr gut. Von Dezember 2019 bis zum gestrigen Tag verzeichnet der Glungezer im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mehr als das Doppelte an Zutritten. Grund für den Erfolg sind die bereits getätigten Investitionen – die neue Gondelbahn (Sektion 1, Tulfes bis Halsmarter) sowie die neue Beschneiungsanlage mit Speicherteich. Damit sind zwei der drei Baustufen bereits erfolgt. Schritt drei steht nun mit der Erneuerung der Liftsektion 2 kurz vor der Realisierung.

Bürgermeister Wegscheider betont, dass es sich nicht um eine Kostenüberschreitung handle. Die ursprünglichen 5,5 Millionen waren für eine deutlich abgespecktere Version des Projektes, bei dem lediglich ein Sessellift vorgesehen wäre. „Eine Kombi­bahn ist für uns dringend notwendig. Wir haben 80 Prozent Einheimische, die können einfach gut Ski fahren und wollen schnell einsteigen. Dafür benötigt es einen Sessellift. Gleichzeitig brauchen wir als Familien­skigebiet auch Gondeln, damit die kleinen Kinder sicher befördert werden können“, erklärt Wegscheider.

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Höllwarth ergänzt, dass die Gondelbahn auch im Sommer unerlässlich sei. „Wir sind damit bequem für Ältere und Familien erreichbar.“ Auch wenn der Glungezer jetzt schon eine Umsatzsteigerung verzeichnet, geht Höllwarth davon aus, dass es „noch mal einen ordentlichen Schub tut, wenn wir die neue Kombi­bahn gebaut haben“.

Vorbehaltlich der Erteilung aller Genehmigungen sollen die Bauarbeiten im Sommer starten und die Bahn in der kommenden Wintersaison 2020/21 in Betrieb gehen.


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