RLB wird im Herzen von Innsbruck zum Quartiergeber

140 Millionen Euro investiert die Raiffeisen-Landesbank in eine neue Zentrale. Dazu kommen ein Hotel, Bars und die wichtigste Achse in die Stadt.

Das neue Gebäude soll – aus Sicht einer verkehrsberuhigten Adamgasse – künftig so aussehen.
© RLB

Von Marco Witting

Innsbruck –Ein neues Hauptquartier für die Raiffeisen-Landesbank. Ein ganz neues Quartier für die Stadt. Die Ansprüche an das RAIQA, so nennt die Bank ihr Projekt, sind hoch. Die Investitionssumme mit 140 Millionen Euro ist es auch. Unterm Giebelkreuz gibt es künftig nicht nur das Bankgebäude, sondern ein Hotel mit 164 Zimmern, Restaurants, eine Sky-Bar (9. Stock), einen Veranstaltungssaal, Platz für Kunst, eine Tiefgarage mit 220 Plätzen – und viel öffentlichen Raum. Bei der Präsentation des Architekturwettbewerbs strahlten nicht nur die siegreichen Pichler & Traupmann, sondern auch die Chefetage der Bank und die Stadtpolitik.

Nur das Stahlgerüst bleibt

„Ein hybrides Gebäude für verschiedenste Anforderungen“, beschrieben die Wiener Architekten dann ihren Entwurf. Konkret heißt das, dass vom derzeitigen Turm (fast 50 Jahre alt und in die Jahre gekommen) nur das Stahlgerüst übrig bleibt. Sockelgebäude und Tiefgarage werden ab dem Sommer wohl abgerissen. Rundherum entstehen die Hotelzimmer. Im Erdgeschoß vereinen sich Bank, Café und Hoteleingang in einer großen Lobby. Es soll Raum geschaffen werden, der allen offen steht – für Austausch und Begegnung, zur Benützung und Bespielung. „Zwischen Südtiroler Platz und Adamgasse entsteht eine Plaza, die sich trapezförmig bis auf die volle Breite des gegenüberliegenden Gebäudes der Nationalbank öffnet“, ergänzt Johann Traupmann.

Wer also vom Bahnhof künftig in die Stadt geht, passiert eine Plaza. „10.000 Menschen gehen hier Tag für Tag vorbei und huschen eigentlich nur vorbei. Wir wollen hier Raum für Begegnung und zum Verweilen schaffen“, erklärt RLB-Vorstand Johannes Ortner. Und weiter: „Wir wollen hier auch neue Wege gehen. So etwas wie eine Bank der Zukunft realisieren.“

Verkehrsberuhigte Adamgasse und Neugestaltung des Bozner Platzes

BM Georg Willi (Grüne) zeigte sich erfreut über die Stadtentwicklung in dem Gebiet. Willi saß selbst in der Bewerbsjury. „Wir haben hier ein Projekt, das dem öffentlichen Raum sehr viel Platz einräumt.“ Im Zuge des RAIQA-Projekts soll es auch eine verkehrsberuhigte Adamgasse geben und ja bekanntermaßen auch die Neugestaltung des Bozner Platzes. Dort, wo sich jetzt zwischen Gebäuden mit herbem 60er-Jahre-Charme viele Pendler in die Stadt drängen, sollen zudem einige Shops und Lokale entstehen.

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Die Hälfte des Investitionsvolumens braucht die Bank für ihre Räumlichkeiten. Der Rest wird vermietet. Mit einem Hotelbetreiber sei man in den Verhandlungen schon sehr weit. Namen wollte man vorerst aber noch keinen nennen. Rund drei Jahre Bauzeit sind vorgesehen. Erst müssen aber die einzelnen Abteilungen ausgesiedelt werden. Für die Bankkunden gibt es eine Filiale am Bozner Platz, die ab Februar in Betrieb gehen soll. Etwas später folgt dann ein Beratungscenter am Südtiroler Platz und im Sommer die Übersiedlung der restlichen Banksektoren in ein Übergangsquartier in Neu-Rum.

2023 soll dann alles fertig sein. Dreifach geprüft hat die Bank nach eigenen Angaben die Kosten. Während der Bauarbeiten wird ein Durchgang durch die Passage nicht möglich sein.


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