kitzVenture-Prozess startet im April

Die Staatsanwalt wirft den Angeklagten rund um angebliche Investments schweren gewerbsmäßigen Betrug vor.

In der Causa kitzVenture sind drei Personen angeklagt
© Hotter

Von Max Strozzi

Innsbruck –Gestern hätten sich eigentlich drei ehemalige Verantwortliche der in Kitzbühel ansässigen und von Deutschen betriebenen Firma kitzVenture am Innsbrucker Landesgericht Platz nehmen sollen. Es geht um den Verdacht des schweren gewerbsmäßigen Betrugs. Über die Vorgeschichte hatte die TT berichtet: Vor einigen Jahren sammelte die 2015 gegründete Firma von Anlegern Geld in Form von Nachrangdarlehen ein, um angeblich in Start-ups zu investieren, und versprach 9,75 % Zinsen im Jahr. Die Finanzmarktaufsicht (FMA) drehte kitzVenture den Hahn zu, brummte ihr eine Strafe wegen irreführender Werbung auf und erstattete Strafanzeige. Es folgten Ermittlungen und eine Razzia im Kitzbüheler Büro.

Die Causa mündete schließlich in eine Strafanklage. Die Staatsanwaltschaft wirft den drei Angeklagten schweren gewerbsmäßigen Betrug vor. Zum einen hätten sie zwischen September 2016 und März 2017 intensiv Investments mit 9,75 % Fixzinsen beworben und so 79 Personen zur Veranlagung verleitet – der Schaden beträgt laut Staatsanwaltschaft 176.000 Euro. Zudem sollen Werbeeinschaltungen im Wert von über 658.000 Euro nicht bezahlt worden sein. Weiters sollen auch Anwalts- und Beraterkosten über 136.000 Euro ausstehen. Der Prozessstart wurde nun auf den 20. bzw. 27. April verschoben. Grund für die Verschiebung dürfte ein Wechsel des Verteidigers sein.

Die Innsbrucker Staatsanwaltschaft wollte den Fall eigentlich an die Kollegen im deutschen Osnabrück übergeben. Die Angeklagten seien Deutsche, lebten in Deutschland, und auch das Vermögen sei teilweise nach Deutschland transferiert worden. Osnabrück winkte aber ab und gab die Causa zurück nach Tirol.

„Wir freuen uns auf diesen Prozess, damit endlich die ganze Wahrheit ans Licht kommt und unsere Reputation wiederhergestellt wird“, erklärte der aktuelle kitzVenture-Geschäftsführer Patrick Landrock gestern schriftlich: „Für uns kann es in diesem Verfahren nur Freisprüche geben.“

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Jüngst löste kitzVenture heftige Proteste seitens der Politik und seitens Betroffener aus, weil sich die Firma viele Begriffe mit Tirol-Bezug, wie etwa „Tiroler Berge“, „Tiroler Madl“ oder „Gamsstadt“, als Wortmarke sichern will.


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