Luftangriffe mit mehreren Toten in Syrien

Trotz einer Waffenruhe sind in Syriens letztem großen Rebellengebiet Idlib bei einem Luftangriff der Regierung Aktivisten zufolge mindestens 18 Zivilisten getötet worden. Mindestens 35 Menschen seien verletzt worden, berichtete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Mittwoch. Die Rettungsorganisation Weißhelme sprach von 65 Verletzten.

Getroffen wurden demnach ein Industriegebiet und ein Markt in der Stadt Idlib. Flugzeuge der Regierung und ihres Verbündeten Russland hätten bei Dutzenden Angriffen auch andere Orte der Region bombardiert, berichteten die Menschenrechtler und andere Aktivisten. Russland hatte am vergangenen Donnerstag eine neue Waffenruhe für das Gebiet verkündet, die mit der Türkei vereinbart worden sei. Ankara unterstützt im syrischen Bürgerkrieg die Rebellen.

Dominiert wird das Rebellengebiet um die Stadt Idlib im Nordwesten Syriens von der Al-Kaida-nahen Miliz Haiat Tahrir al-Sham (HTS). Syrien und Russland geben vor, dort Terroristen zu bekämpfen. In dem Gebiet leben rund drei Millionen Menschen, mehr als die Hälfte davon Flüchtlinge. Vor allem die Stadt Idlib ist dicht besiedelt.

Hilfsorganisationen beklagen eine dramatische humanitäre Lage. Es fehlt an Unterkünften, Nahrung und Gesundheitsversorgung. Die Menschen leiden zudem unter der Winterkälte. Die Regierung hatte im vergangenen Jahr eine Offensive auf die Region begonnen. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte hat ihren Sitz in Großbritannien und stützt sich auf ein Netzwerk von Informanten in Syrien. Ihre Angaben sind von unabhängiger Seite oft kaum zu überprüfen.

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