Lunacek kann Nobelpreis an Handke „nicht nachvollziehen“

Die Verleihung des Literaturnobelpreises 2019 an Peter Handke stößt bei der neuen Kunst- und Kulturstaatssekretärin Ulrike Lunacek (Grüne) auf Unverständnis. „Ich habe die Entscheidung der Literaturnobelpreisjury nicht nachvollziehen können“, unterstrich die Neo-Kulturpolitikerin gegenüber dem „Kurier“ (Freitag).

„Ich habe früher einiges von ihm gelesen, hat mir auch sehr gut gefallen, aber diese Art, sich zu politischen Themen zu äußern, wo Zigtausenden Menschen großes Leid zugefügt wurde - das habe ich nicht verstanden“, konstatierte Lunacek auch gegenüber dem „Standard“. „Seine Äußerungen zu den Balkankriegen habe ich nicht verstanden“, präzisierte die einstige Kosovo-Berichterstatterin des EU-Parlaments gegenüber der „Tiroler Tageszeitung“ (jeweils Freitagsausgabe): „Ich meine konkret die Rede anlässlich der Beerdigung von Slobodan Milosevic. [...] Hierbei eine Rede zu halten, geht einfach nicht.“

Handke hatte sich im Jugoslawien-Konflikt stark mit Serbien solidarisiert und nach Ansicht von Kritikern die von Serben begangenen Kriegsverbrechen bagatellisiert oder geleugnet. 2006 hielt er bei der Beerdigung des sechs Jahre zuvor gestürzten serbischen Führers Slobodan Milosevic eine Rede. Als ihm im Oktober der Nobelpreis für Literatur zuerkannt wurde, löste dies scharfe Proteste aus.

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