EM für Österreich nach erster Niederlage „nicht vorbei“

Die erste Niederlage bei der Heim-EM hat Österreichs Handballmänner nicht aus der Bahn geworfen. Das 23:27 gegen die klar favorisierten Kroaten hinterließ am Donnerstagabend zwar eine ÖHB-Auswahl, die ihren Chancen nachtrauerte, aber weiter an Erfolge glaubt. „Ich glaube aber nicht, dass das die Stimmung dämpft. Das Turnier ist für uns noch nicht vorbei“, sagte Kapitän Nikola Bilyk.

Nach der makellosen Vorrunde mit Siegen gegen Tschechien, die Ukraine und Nordmazedonien bekam es die ÖHB-Auswahl am Donnerstag mit dem ersten „großen“ Gegner zu tun - und musste dessen Klasse letztlich zur Kenntnis nehmen. Trotz des respektablen Resultats war es vor allem die Offensivschwäche der ersten Hälfte, die Rot-Weiß-Rot um potenzielle Chancen brachte. Da arbeitete man sich an der von Ex-Welthandballer Domagoj Duvnjak organisierten 5:1-Abwehr ab und vergab noch dazu einige Möglichkeiten.

„Gegen solche Gegner musst du die Chancen einfach reinmachen“, betonte Bilyk, der mit diesmal drei Toren nicht an seine ersten Partien (12, 10, 6) herankam. Sein Fazit: „Wir waren im Angriff einfach nicht konsequent genug. Das, was sie mit der 5:1-Deckung erreichen wollten, haben sie geschafft.“ Ähnlich vernahm sich Teamchef Ales Pajovic. „Ich habe gewusst, dass es gegen die 5:1 einige Probleme geben würde. Wir haben versucht, Chancen zu finden und das manchmal gut gemacht, aber auch zu wenig Glück im Abschluss gehabt“, sagte der Slowene.

„Wenn du so eine erste Hälfte spielst, dann reicht das nicht“, meinte Janko Bozovic im Hinblick auf eine Leistungssteigerung nach Seitenwechsel, dank der man zumindest stets an den Kroaten dranblieb. So hatte Österreich nach 51 Minuten sogar die Chance, beim Stand von 20:24 wieder auf drei Tore heranzukommen, konnte die Möglichkeit aber nicht nützen. „Da fehlt uns anscheinend halt doch noch etwas, dass wir auf dem Niveau mithalten können“, resümierte Goalie Thomas Eichberger, der sein Team vor allem vor Seitenwechsel vor einem höheren Rückstand bewahrte.

Pajovic versuchte im Hinblick auf das nächste schwere Spiel am Samstag (18.15 Uhr/live ORF 1) gegen Spanien das Positive mitzunehmen. „Wir haben in der zweiten Hälfte gesehen, dass alles möglich ist, wenn wir kämpfen“, betonte der einstige Weltklassespieler und hoffte, „dass wir in den nächsten Spielen nicht mit so viel Respekt starten“. Flügel Robert Weber, mit sechs Toren bester ÖHB-Werfer, wünschte sich mehr Lockerheit: „Die Körpersprache war eine andere als in den ersten drei Partien. Wir müssen das ganze genießen, mehr Spaß reinkriegen. Solche Spiele kommen nicht wieder.“


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