Der Gletscherschwund frisst die Tiroler Pistenflächen

Pitztal/Ötztal: St. Leonhards Bürgermeister Elmar Haid stellt klare Bedingungen, dementiert jedoch Differenzen. Pisten werden untersucht.

Die Umweltverhandlung für die Gletscherehe wurde vorerst vertagt.
© Thomas Boehm / TT

Innsbruck –Die Vertagung der mündlichen Verhandlung zur Umweltverträglichkeitsprüfung wird im Ötztal und im Pitztal realistisch betrachtet. Für den Bürgermeister der Gemeinde St. Leonhard, Elmar Haid, geht es um einen rechtlich realisierbaren Zusammenschluss der Gletscherskigebiete. „Deshalb benötigt es noch vertiefende Prüfungen.“

Differenzen mit den Pitztaler Gletscherbahnen dementiert Haid, „klar ist aber auch, dass der Bauzeitplan eingehalten werden muss. Das heißt, im vierten und fünften Jahr ist die neue Zubringerbahn zu errichten.“ Die neue Bahn ist für die Pitztaler unbedingt notwendig, das habe der Gemeinderat am Dienstag noch einmal untermauert. Dass es rund um die Pacht am Gletscher mit den Gletscherbahnen noch offene Fragen gibt, bestreitet er nicht. „Aber da einigen wir uns schon.“

Die Bergbahnen Sölden werden am Montag in einer Sitzung des Verwaltungsrates die weitere Vorgangsweise besprechen. Alternativen seien vorerst nicht angedacht, sagt der Geschäftsführer Walter Siegele. Am 23. Dezember seien die Nachfragen zum Gletscherschwund eingelangt, diese werde man nun klären. „Betroffen davon sind die Pistenflächen.“ Zugleich hofft Siegele, dass die mündliche Verhandlung doch noch heuer und nicht erst nächstes Jahr stattfinden könne.

Der grüne Klubchef Gebi Mair wirbt jetzt darum, die Nachdenkpause als Chance für neue Weichenstellungen zu nützen: „Die unberührte Natur ist das größte Kapital, das wir in Tirol haben und das so viele Menschen schätzen. Wir sollten uns also noch mehr Gedanken darüber machen, wie wir die Natur zugänglich und erlebbar machen, ohne sie dabei zu zerstören.“ Wie Mair spricht auch Markus Sint (Liste Fritz) von einem richtigen Schritt der Projektbetreiber. „Sie sollten das Megaprojekt von Grund auf überarbeiten, für einen sinnvollen Neustart muss es jedenfalls drastisch verkleinert werden.“

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Anders NEOS-Klubchef Dominik Oberhofer. Aus seiner Sicht habe der schwarz-grünen Landesregierung schlicht der Mut gefehlt, sich klar hinter dieses mit 132 Mio. Euro privat finanzierte Projekt zu stellen. (pn)


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