Neues Leben für alte Container

Müllbehälter, die in Osttirol nicht mehr gebraucht werden, wurden nach Bosnien geführt. Dort wird ein Müllsammelsystem aufgebaut.

© Oblasser

Von Catharina Oblasser

Lavant –Altes Eisen gehört nicht unbedingt zum alten Eisen: Das beweist ein Projekt, das letzte Woche in Lavant weitergeführt wurde. 40 Müllcontainer aus Metall, die der Abfallwirtschaftsverband (AWV) Osttirol nicht mehr benötigt, haben eine weite Reise angetreten. Sie wurden nach Bosnien gebracht. Bestimmt sind sie für die Städte Bijeljina, Tuszla und Gracanica, die zusammen etwa 250.000 Einwohner haben.

Dort soll die Mülltrennung eingeführt werden, wie sie in den meisten europäischen Ländern Standard ist, erklärt Martin Steiner. Der Leiter der Firma TBU Environmental Engineering in Innsbruck ist dafür zuständig und hat das Projekt auf die Beine gestellt. Steiner hat beruflich immer wieder in Bosnien zu tun, so kam der Kontakt zu den dortigen Behörden zustande. Auch mit dem AWV Osttirol hat Steiner schon öfter zusammengearbeitet.

„Ich habe auf der Deponie in Lavant die alten Container gesehen und nachgefragt“, erzählt Steiner. Bei AWV-Geschäftsführer Bernhard Schneider stieß er auf offene Ohren. „Die Container entsprechen bei uns nicht mehr den Standards. Wir hätten sie nur zum Alteisen gegeben“, erklärt Schneider, warum es kein Problem war, die ausgemusterten Stücke zu verschenken. Stattdessen gibt es in Bosnien ein neues Leben für die Sammelbehälter. 40 Stück sind es, davon 30 mit einem Fassungsvermögen von 1100 Litern, die restlichen können 1500 Liter Abfall aufnehmen. Weitere Container sollen folgen.

© Martin Steiner

In dem Balkanland geht die Einführung eines modernen Abfallsystems schrittweise voran, erzählt der Innsbrucker Abfall-Experte. „Der erste Schritt ist, allen Müll in einen geeigneten Behälter zu werfen, der mit wenigen Arbeitsschritten geleert werden kann.“ Das braucht eine gewisse Eingewöhnungszeit bei der Bevölkerung, ebenso wie das Trennen nach Abfall-Art. Das soll der nächste Schritt sein. Mittelfristig wollen die bosnischen Städte eine Glassammlung einführen, um aus dem weggeworfenen Glas neue Rohstoffe zu gewinnen.

Die Kooperation mit Bosnien läuft unter dem Namen „Waste Side Story“ und verdankt ihre Entstehung auch einem Bekannten von Steiner, der in seinem Nachlass Geld für das Projekt bereitstellte. „Er war ein Umwelt- und Menschenfreund“, ist Martin Steiner dem Stifter dankbar.


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