Neuer Kabinenbahn in Bach wird großes Potenzial prophezeit

Die Segnung der neuen Umlaufbahn in Bach zog die Prominenz an. Mountainbike-Trail und Naturrodelbahn sind bereits angedacht.

Durchschnitten das Band (v. l.): Günter Oberhauser (GF Skilifte Warth), Michael Doppelmayr (Seilbahnbauer), TVB-Obmann Marc Baldauf, BM Egon Brandhofer, Johannes Hefel (Aufsichtsratsvorsitzender Tourismusbetriebe Warth Holding), LH Günther Platter, Heiner Ginther (Planungsverbandsobmann) und NR Franz Hörl.
© Tschol

Von Simone Tschol

Bach – Es war ein denkwürdiger Tag für das gesamte Lechtal. Am späten Freitagnachmittag bekam die neue 8er-Kabinenbahn auf die Jöchelspitze von Pfarrer Otto Walch den Segen. Sie löst den 40 Jahre alten Doppelsessellift ab. Die Bahn zu errichten, bedurfte eines breiten Schulterschlusses. Immerhin galt es, die Investitionssumme von 6,6 Millionen Euro in einem gemeinsamen Kraftakt von Land Tirol, Kommunen, Touristikern und den Skiliften Warth, welche die in Konkurs geratene Lechtaler Bergbahn im Jahr 2007 übernommen haben, aufzubringen.

Dass die Bahn bereits seit 21. Dezember in Betrieb ist, tat der Feierlaune der zahlreich anwesenden Festgäste keinen Abbruch. Im Gegenteil. TVB-Obmann Marc Baldauf konnte bereits von „super Besucherzahlen“ und positiven Rückmeldungen der Gäste berichten. Immer wieder wurde die gemeinsame Kraftanstrengung bei den Festreden in den Mittelpunkt gestellt. Auch Johannes Hefel, Aufsichtsratsvorsitzender der Tourismusbetriebe Warth Holding, war der Stolz ob des gelungenen Schulterschlusses „sogar über die Landesgrenzen hinweg“ anzumerken. Hefel: „Was mich dabei besonders freut, ist, dass die Renditeerwartung zweitrangig ist. Wir haben in Warth 40, wenn nicht sogar 50 Jahre von Gästen aus dem Lechtal profitiert. Deshalb wollten wir dem vorgelagerten Tal jetzt auch etwas zurückgeben und unseren Beitrag leisten.“

Auch LH Günther Platter sieht das vom Land über das Sonderförderprogramm Lechtal investierte Geld in der neuen Aufstiegshilfe gut angelegt. „Skifahren ist das Schönste, was es gibt. Deshalb unterstützt das Land auch gerne kleinere Skigebiete. Und am Beispiel dieser neuen Bahn sieht man, was alles möglich ist, wenn man an einem Strang zieht.“

Mit einer Geschwindigkeit von sechs Metern pro Sekunde sorgen 28 Kabinen dafür, dass Wintersportler und Sommerausflügler in 5,7 Minuten den Höhenunterschied von 550 Metern überwinden können. Die Förderkapazität der neuen Jöchelspitzbahn, der einzigen Kabinenbahn im Lechtal, liegt bei 1150 Personen pro Stunde.

„Die Bahn ist genauso groß wie eine in einem Großskigebiet. Nur gibt es dort eben mehrere.“ Michael Doppelmayr 
(Seilbahnbauer)
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Dass es sich hierbei um eine vergleichsweise kleine Bahn handelt, wies Seilbahnbauer Michael Doppelmayr energisch zurück: „Die Seilbahn ist genauso groß wie eine in einem Großskigebiet. Nur gibt es dort eben mehrere solcher Aufstiegshilfen.“

Planungsverbandsobmann Heiner Ginther attestierte der neuen Bahn großes Potenzial: „Ich kann mich noch erinnern, wie wir uns alle gefreut haben, als die Skilifte Warth die Jöchelspitzbahn 2007 übernommen haben. Das war die Zeit, als der Naturpark noch in den Kinderschuhen steckte. Ohne die positive Entwicklung des Naturparks wäre der Bau der neuen Bahn sicher schwierig geworden. Die Jöchelspitzbahn ist nicht nur im Winter wichtig, sondern gerade auch für den Sommertourismus und die unzähligen Wanderer. Das darf man nicht vergessen.“

Und während sich Egon Brandhofer, Bürgermeister in Bach und selbst 26 Jahre als Wirt am Berg tätig, an die Höhen und Tiefen des Bahnbetriebes auf die Jöchelspitze erinnerte, lobte Regionalentwicklung-Außerfern-Geschäftsführer Günther Salchner die Bürgermeister: „Wenn ich mir überlege, welche Überzeugungsarbeit hier geleistet wurde, bis zu Karl-Heinz Weirather in Forchach, dessen Gemeinde ja nun nicht gerade die größte Tourismusgemeinde und auch kein unmittelbarer Nachbar der Bahn ist, dann zeigt das schon auf, dass die gesamte Region hinter dem Projekt steht. Und das war das Ziel.“ Günter Oberhauser, Geschäftsführer der Skilifte Warth, wagte noch einen Blick in die Zukunft: „Der Berg wird weiter attraktiviert. Wir planen im Sommer einen Mountainbike-Trail und im Winter auf gleicher Trasse eine Naturrodelbahn.“


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