„Kappler Zwerge“ erobern Räume im Dorfzentrum

Lückenschluss mit Betreuungseinrichtungen für Kleinkinder im Paznaun gelungen: Kappl feierte gestern neue Krippe im Beisein von LR Palfrader.

Die Kappler Kindergartenkinder hießen die Besucher der Eröffnungsfeier willkommen.
© Wenzel

Von Helmut Wenzel

Kappl – Mehr als 50 Kleinkinder (eineinhalb bis vier Jahre) im Paznaun kommen heuer in den Genuss einer professionellen pädagogischen Betreuung: Galtür hat 2017 den „alterserweiterten“ Kindergarten eingerichtet, Ischgl betreibt die Krippe „Sausewind“ und die Krippe in See wurde 2019 auf den Namen „Seaberlotti“ getauft. Kappl schließlich feierte gestern die Segnung des Obergeschoßes im Dorfzentrum, wo die „Kappler Zwerge“ zu Hause sind.

Dort stehen zwei Gruppenräume für je zwölf Kinder zur Verfügung, dazu ein Bewegungsraum und eine Küche. Spätestens 2016, als sich Elternanfragen bezüglich einer Krippe häuften, habe man erste Überlegungen angestellt, erzählte BM Helmut Ladner. Schließlich habe die Gemeinde das Projekt nach Plänen der Architekten Kritzinger und Brenner realisiert. Die Kosten lagen bei 650.000 Euro, 60 Prozent davon sind Fördermittel des Landes, wie Ladner mit Blickrichtung zu LR Beate Palfrader hervorhob. „Zu danken haben wir auch dem Landecker Tagesmütterverein für die hervorragende Beratung und Betreuung“, sagte der Dorfchef.

Landesrätin Beate Palfrader, Kinderkrippenleiterin Daniela Hauser und Bürgermeister Helmut Ladner (v. l.) freuen sich über die neue Einrichtung.
© Helmut Wenzel

Sie sei überrascht, dass so viele „Manderleit“ gekommen sind, staunte Tagesmütter-Obfrau Christine Hainz. Sie sprach von einem nachhaltigen Projekt „mit Raum für Begegnungen, aus denen Beziehungen wachsen. Zudem wird soziale Kompetenz gefördert.“ Ladner verriet, dass es im Streudorf Kappl zuletzt mehr Sterbefälle als Geburten gab. „In den vergangenen 15 Jahren hat sich die Zahl der Geburten halbiert. Ich hoffe, das ändert sich.“

Sie sei überzeugt, dass die Geburtenzahlen in Kappl dank Kinderkrippe wieder steigen werden, sagte LR Palfrader. Zwölf Jahre habe sie sich für Kinderkrippen in Tirol eingesetzt. „Rückblickend kann ich sagen, dass die anfängliche Skepsis der Bürgermeister gewichen ist. Heute sind sie einsichtig, ja sogar begeistert von den Krippen.“ Die wirtschaftliche Komponente stellte die Bildungslandesrätin so dar: „Die Wirtschaft, im Paznaun speziell der Tourismus, braucht Frauen. Erwerbstätige Mütter, deren Kinder pädagogisc­h betreut werden, habe­n mehr Chance­n auf ein­e eigene Pension und damit ein­e bessere Absicherung gegen Altersarmut.“

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