Wirtschaftskammer Reutte bringt neues Heim ins Spiel

Zum Neujahrsempfang der Wirtschaftskammer Reutte strömten wieder die Massen. Das gesellschaftliche Ereignis, auch Landeshauptmann Günther Platter war gekommen, ist immer auch ein Ort der Botschaften.

Ausscheidende Kammerfunktionäre wurden von WK-Obmann Christian Strigl (3. v. l.) offiziell verabschiedet (v. l.): Bernd Spitzer und Komm.-Rat Fritz Jäger. Auch bei der Jungen Wirtschaft stand ein Wechsel an: Der neue Obmann Markus Wolf am Podium mit der scheidenden Nadja Wolf, Anett Baumgartner und Ex-Obfrau Andrea Speckbacher.
© Mittermayr Helmut

Von Hans Nikolussi

Reutte – Nachdem die HTL für Wirtschaftsingenieurwesen und Betriebsinformatik bald Realität werden wird, hat sich die Wirtschaftskammer Reutte ein neues Ziel ausgesucht. Beim Neujahrsempfang der Außerferner Wirtschaft wurde eine weitere gegen den Facharbeitermangel wirkende Maßnahme ins Spiel gebracht. Bezirksobmann Christian Strigl regte die Etablierung eines für alle Schüler und Lehrlinge offenen Schüler- und Lehrlingsheimes an und übergab dem anwesenden Landeshauptmann Günther Platter dazu gleich symbolisch einen Baustein, um damit um die Hilfe des Landes zu bitten.

Der festliche Herbert-Saurer-Saal der WK Reutte war wie bei jedem Neujahrsempfang brechend voll.
© Mittermayr Helmut

Als einer der „höchstindustrialisierten Regionen Österreichs“ wurde dem Außerfern von Tirols Wirtschaftskammerpräsident Christoph Walser und vom Landeshauptmann das beste Zeugnis ausgestellt. „Der Spitzenplatz der Region ist keine Erbpacht und muss alljährlich neu verdient werden“, meinte dazu Walser. Die Bewegung in der Ausbildungslandschaft hin zu einer Angleichung der berufspraktischen Seite zur schulisch-akademischen sah er positiv. Bewegung sei aber auch in der Politik notwendig. Er forderte weniger Problem­- und mehr Lösungsdenken: „In vielen Bereichen wird derzeit versucht, mit einzelnen Ge- und Verboten lenkend einzugreifen. Doch das bremst eher, als es lenkt – wir brauchen mutige Reformen, welche die Steuerlast senken, die Bürokratie schlanker machen und Anreize für Investitionen setzen“, betonte der Kammerpräsident. Nur eine starke Unternehmervertretung sei in der Lage, die Rahmenbedingungen für die Unternehmen zu verbessern, und er hofft auf eine starke Wahlbeteiligung bei den kommenden Kammerwahlen.

LH Günther Platter streute den Wirtschafts­treibenden im Bezirk Rosen und sah Tirol in der neuen Regierung gut vertreten, was auch den Unternehmern helfen sollte. Die beim Empfang öffentlich gewordene Streitbeilegung und Vertragsunterzeichnung in Sachen Hahnenkamm sah er wie auch der anwesende „Seilbahnnationalrat“ und Kammervize Franz Hörl als äußerst wichtig für die Region. Vom Wirtschaftskammerpräsident kam in Sachen Verkehr ein klares Ja zum Fernpassscheiteltunnel und zum Tschirganttunnel und ein ebenso klares Nein zu einer Bemautung der Strecke.

Noch nie hatten sich so viele Unternehmer und Vertreter der Sozialpartnerschaft in der Wirtschaftskammer getroffen, hieß es. Sie kamen sich auf dem perfekt inszenierten gesellschaftlichen Höhepunkt des Jahres bei vielen Gesprächen näher. Für anhaltenden Beifall der Gäste sorgten Harfoni­e, die „Groß­e Chance“-Preisträger von 2014 mit Nora-Marie und Hanna, verstärkt durch Vater und Brude­r. Traditionell ist auch imme­r das „Beuschel“ vom Hirschen­wirt und vom Feinste­n das „Süße“ der Konditorei Valie­r. Beim Buffet waren nicht nur die Hungrigen, sondern auch die vielen Netzwer- ker wieder in ihrem Element.

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