Tote Kühe im Osttiroler Virgen geben Rätsel auf

Fast ein Dutzend Kühe sind in den vergangenen zwei Wochen auf einem Bauernhof in Virgen verendet. Die veterinärmedizinische Untersuchung der Kadaver wurde angeordnet.

Ein mysteriöses Kuhsterben beschäftigt derzeit die Behörden in Virgen in Osttirol, die Gerüchteküche brodelt. (Symbolbild)
© Thomas Böhm

Virgen – Seit einigen Wochen herrscht in der Osttiroler Gemeinde Virgen Trauer, Verwirrung und Verunsicherung unter den Bauern. Auf einem Hof ist der Großteil der Kühe verendet, der Grund dafür ist bis dato noch nicht klar. Ist es eine Erkrankung oder etwa ein boshafter Akt eines Außenstehenden? Wie in solchen Fällen üblich, brodelt in der Zwischenzeit die Gerüchteküche.

Dietmar Kurzthaler, der zuständige Sprengeltierarzt, bestätigt die mysteriösen Fälle der verendeten Kühe, warnt aber vor voreiligen Schlüssen und Spekulationen. „Natürlich spricht sich das herum und sorgt für allerlei Gerüchte“, sagt Kurzthaler. Zählen würden aber die Fakten und diese sehen zum aktuellen Zeitpunkt so aus: „Wir haben sehr schnell reagiert und die Kadaver auf mögliche Seuchen hin untersucht. Mit dem Ergebnis, dass wir einen Seuchenbefall ausschließen können.“ Ebenfalls ausgeschlossen wurde, dass die Tiere aufgrund unsachgemäßer Haltung verendet sind.

Um dem Rätsel dennoch auf die Spur zu kommen, wurden von den Kadavern mehrere Proben genommen, die nun in verschiedenen Speziallabors unter anderem in Deutschland und Kärnten untersucht werden sollen. Mit Ergebnissen wird im Laufe der kommenden Tage gerechnet, bis Ende der Woche sollte jedenfalls Klarheit über das rätselhafte Kuhsterben herrschen, sagt Kurzthaler, der unter anderem verunreinigtes Futter oder Giftpflanzen als Ursache nicht ausschließt.

Die Veterinärbehörde der Bezirkshauptmannschaft Lienz ist eingeschaltet, das bestätigt Bezirkshauptfrau Olga Reisner. Wie lange die fachliche Untersuchung dauern wird, wisse man noch nicht, meint Reisner. Mehr will sie zu dem laufenden Verfahren nicht sagen. Der Virger Bürgermeister Dietmar Ruggenthaler plädiert dafür, Ruhe zu bewahren. „Natürlich ist der betreffende Fall tragisch. Aber man muss erst eruieren, was dahintersteckt. Spekulationen sind niemandem dienlich.“ Konrad Kreuzer, Obmann der Bezirkslandwirtschaftskammer Osttirol, hat von der Angelegenheit gehört. Er betont allerdings, dass die Kammer nie offiziell damit befasst war oder von den betroffenen Hofbesitzern um Rat gefragt worden sei. Er hat auch persönlich nicht mit ihnen gesprochen. „So viele Tiere zu verlieren, ist katastrophal“, kann Kreuzer die Verzweiflung der Tierhalter in Virgen dennoch nachvollziehen. Dieser Hof sei ein sehr guter Betrieb mit Spitzenleistungen, umso bitterer sei der jetzige Vorfall.

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Auch Kreuzer ruft dazu auf, bösen Gerüchten keinen Glauben zu schenken, sondern die Untersuchung abzuwarten. Er kann sich an einen ähnlichen Vorfall vor einigen Jahren erinnern. „Damals gab es auch die wildesten Vermutungen, dass jemand mit Absicht den Tod der Tiere herbeigeführt hat. Letztlich stellte sich heraus, dass es sich um eine Futtervergiftung gehandelt hat.“ (np, co)


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