„Herausragende Zahlen“: Max-Jahr sorgt für ein Plus

Besucherzuwachs von elf Prozent: Die Tiroler Landesmuseen setzen 2020 vermehrt auf Dynamik und Kooperationen.

Die Schau „Schönheit vor Weisheit“, eine Zusammenarbeit mit der Universität Innsbruck, läuft noch bis 1. März.
© Günther Richard Wett

Von Barbara Unterthurner

Innsbruck – Fast 11 Prozent mehr Publikum steuerte im abgelaufenen Museumsjahr die Tiroler Landesmuseen (TLM) an. Das gab der Verband aus fünf Häusern gestern per Aussendung bekannt. „Herausragende Zahlen“ wurden verzeichnet, heißt es dort. Insgesamt besuchten 2019 342.966 Interessierte die TLM.

Verdanken können die Landesmuseen den Zuwachs auch dem abgelaufenen Kaiser-Max-Jubiläum. Das meiste Interesse erregte traditionellerweise die Hofkirche: 138.053 (plus 13.9 Prozent) pilgerten zum Grabmal Maximilians I. – davon profitiert auch das angegliederte Volkskunstmuseum, das selbst ohne konkreten Maximilian-Bezug 2019 rund 16 Prozent mehr Besucherinnen und Besucher begrüßen durfte. Dem Jubeljahr verbunden war hingegen das Zeughaus: Das Plus von satten 48 Prozent (auf 52.959 Eintritte) sei vor allem auf die etlichen Veranstaltungen zurückzuführen, die im Max-Jahr hier über die Bühne gingen, erklärt TLM-Sprecher Michael Zechmann.

Die „größte Herausforderung“ stelle laut Zechmann Sorgenkind Tirol Panorama dar: Von 71.267 Eintritten rutschte man auf 68.689. „Wir arbeiten an einer Strategie, damit Einheimische, die das Riesenrundgemälde kennen, wiederkehren“, so Zechmann. Dennoch: 2020 steht keine Neubearbeitung der Dauerschau im Tirol Panorama an.

Neo-Direktor Peter Assmann setzt dafür im Ferdinandeum auf Dynamik: Morgen wird die Neupräsentation der Kunstsammlungen offiziell eröffnet. Alle vier Monate soll etwa in der Sammlung für Moderne zukünftig der Fokus wechseln. Nur eine Maßnahme von vielen, mit denen Assmann das Ferdinandeum zum „Haus der Kunst“ umbauen will.

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Und dann steht für den zuletzt im Palazzo Ducale in Mantua stationierten Direktor noch der wirkliche Umbau des Museums an. Das Land Tirol soll die dafür benötigten 30 Mio. inzwischen zugesagt haben. Der Architekturwettbewerb steht noch aus und die anberaumte Wiedereröffnung im Jubiläumsjahr 2023 – das Ferdinandeum wird 200 – wird immer unwahrscheinlicher.

Um bis dahin weiter Zuwächse zu verzeichnen, will Assmann vermehrt auf Publikum aus der Euregio setzen. Für seine geplante Goethe-Ausstellung geht’s Anfang Februar für die TLM auf Italienreise: Erstmals wird das Jahresprogramm in Bozen der Presse präsentiert. Für die Goethe-Schau kooperieren die Landesmuseen außerdem mit dem Städtchen Riva – ab Mai soll hier eine temporäre TLM-Außenstelle entstehen.


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