Tiroler Hotellerie-Obmann Gerber: „Nicht das Rückgrat brechen“

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Der Spartenobmann des Tiroler Hotelgewerbes, LA Mario Gerber, sieht das Erfolgsrezept in „kleinen, fleißigen Familienbetrieben“.
© Parth

Imst – Der Tiroler Hotellerie-Obmann LA Mario Gerber brach gestern eine Lanze für den Tourismus. „98 Prozent der Tiroler wissen um die große Bedeutung des Tourismus für das Land Tirol, der 1,9 Mrd. Euro pro Jahr an Wertschöpfung erzeugt“, zitiert Gerber eine Studie des MCI (Management Center Innsbruck). „Der Tiroler Tourismus und seine Hotellerie sind Innovations­treiber“, unterstreicht Gerber, selbst Hotelier in Kühtai. Er sieht damit den Tourismus als Wirtschaftszweig seit gut 100 Jahren als Wohlstandsbringer und in vielen Tälern als alternativlos. „Wir Touristiker müssen aufpassen, dass wir die Bevölkerung mitnehmen und aufklären“, fordert Gerber mehr Mut zur inhaltlichen Auseinandersetzung. „Die Schwarz-Weiß-Malereien der letzten Monate, als es um Skigebietszusammenschlüsse ging, laufen auf eine gänzliche Emotionalisierung hinaus. Das schafft am Ende ausschließlich Verlierer“, erkennt der Hotelier, der davor warnt: „Wir dürfen uns nicht das Rückgrat brechen.“

Ganz in diesem Sinne werde seine Sparte der Wirtschaftskammer Tirol am 19. Februar eine Veranstaltung zum Thema Finanzierung abhalten. „Der Tiroler Tourismus ist familiär und klein strukturiert. Genau hier liegt unsere USP (Alleinstellungsmerkmal, Anm.). Früher hat der Filialleiter noch die Hoteliersfamilie persönlich gekannt und vor Ort eine Kredit-Einschätzung vorgenommen. Heute kommt ein Risikomanager, der eine Eigenkapitalquote von 30 Prozent fordert: So kann man heute kein Hotel neu errichten“, ist der Spartenobmann entrüstet. Er sieht Investorenmodelle als Finanzierungsvarianten, denen er sehr skeptisch gegenübersteht: „Dazu braucht es einen runden Tisch.“ Man müsse zweifellos neue Wege der Finanzierung, wie z. B. Crowdfunding, beschreiten.

In den kommenden Jahren stünden, generationsbedingt, die meisten Hotelübergaben an. „Wir sollten unsere Betriebsnachfolger nicht in überbordender Bürokratie ertränken oder ihnen durch Behördenauflagen den Mut verdrießen“, fordert Gerber. Der Tiroler Tourismus sei bereits „sehr ökologisch am Weg, von der LED-Beleuchtung bis zur Abfallwirtschaft“. (top)

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