Kein zurück zum Grün: Freiland in Schwaz wird zu Gewerbegebiet

Von der Grünfläche zur Bodenaushubdeponie und nun zum Gewerbegebiet: Für ein knapp 11.000 m² großes Areal in Schwaz gibt es kein Zurück zum Grün mehr. Es wird nun verbaut.

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Diese Bodenaushubdeponie in den Schwazer Feldern entlang der Alten Landstraße soll künftig einem Gewerbegebiet Platz machen.
© Fankhauser

Von Eva-Maria Fankhauser

Schwaz –Viele Schwazer Bauern sind verärgert. Denn sie können nur zuschauen und nichts tun. Wieder kommt ein Stück Freiland in den Schwazer Feldern unter den Bagger.

Am Montagabend beschloss der Gemeinderat die Änderung des Flächenwidmungsplanes für ein Grundstück im Freiland. Es liegt im Ortsteil Ried im Osten von Schwaz. Dort soll das angrenzende Gewerbegebiet an der Alten Landstraße erweitert werden. Aus Freiland wurde somit ein „eingeschränktes Gewerbe- und Industriegebiet G-4“. Damit schließt die Stadt eine Ansiedelung von Betrieben wie Transportunternehmen, Baustoffindustrie, Tankstellen oder Lagerflächen aus.

Nur einen Steinwurf entfernt, umringt von anderen Unternehmen, liegt seit Jahren ein genauso gewidmetes Grundstück brach. „Das ist es, was uns Bauern so ärgert. Man fährt seit 20 Jahren an einer offenen Ruine vorbei, die als Gewerbegebiet gewidmet wurde, und doch bricht man immer wieder neues Grünland auf“, sagt Franz Geisler, Schwazer Bauernobmann.

Er meint das Grundstück der Montanwerke. Seit Jahren wird man sich nicht über die Widmung einig. Die Stadt beharrt auf die G-4-Einschränkung. Die Montanwerke fordern eine freiere Widmung. Es herrscht Stillstand.

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Im Gemeinderat stimmte nur Barbara Eller (ÖVP) – zuständig für Landwirtschaft und Forst – gegen die Widmung. GR Benjamin Kranzl enthielt sich. Hermann Weratschnig und Viktoria Gruber von den Grünen sehen den Flächenverbrauch zwar kritisch, aber durch die G-4-Beschränkung sei eine „umweltverträgliche Betriebsansiedelung“ möglich. Zudem sei laut StR Gruber eine Nutzung als landwirtschaftliche Fläche dort ohnehin nicht mehr möglich. Dieses Argument fiel in der Sitzung öfter. Denn am Areal ist seit 2013 eine Bodenaushubdeponie. Der Boden sei zu verdichtet, als dass dort wieder eine Weidefläche entstehen könne. Laut Bezirkshauptmannschaft Schwaz sei eine landwirtschaftliche Nachnutzung sehr wohl möglich. „Es wurde nichts in den Boden eingebracht, das eine solche Nutzung ausschließt“, sagt Markus Gasser vom Umweltreferat. Auch Landwirt Geisler bestätigt, dass das Areal wieder nutzbar wäre.

Laut Wex sei der Aufwand enorm. Und für StR Matthias Zitterbart ist eine Erweiterung des Gewerbegebietes dringend nötig, denn nur eine florierende Wirtschaft schaffe eine florierende Stadt. Er würde sogar die G-4-Einschränkung weglassen. Der Unternehmer pocht auf „umweltfreundliche und innovative Betriebe“ sowie die Kombi aus Wohnen und Wirtschaften. Denn in Ried soll sich auch in Sachen Wohnbau noch einiges tun.

Die Grünen und VBM Victoria Weber (SPÖ) bestehen außerdem auf einem Infrastrukturplan, sprich genügend Platz für Fuß- und Radwege sowie Buswendeplätze.

Einen Teil der 10.920 m² großen Gewerbefläche erhält die Stadt. Dafür habe man laut Wex schon einen Interessenten aus der Metallbranche.


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