Medizinisch-technische Dienste: Gehaltsdebatte zieht größere Kreise

Auch die medizinisch-technischen Dienste fordern jetzt Nachbesserungen im neuen Gehaltsmodell.

Fordern Gehaltsnachbesserungen: Markus Geiregger (mtd-austria), Andrea Haselwanter-Schneider (Liste Fritz), Christine Pall (Diätologenverband; v. l.).
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Von Manfred Mitterwachauer

Innsbruck – Die erste interne Arbeitsgruppensitzung soll bereits stattgefunden haben. Wie berichtet, wollen die Landesräte Bernhard Tilg (Gesundheit) und Johannes Tratter (Gemeinden; beide VP) das seit 1. Jänner in Kraft getretene, neue Gehaltsmodell für die Mitarbeiter in der Langzeitpflege noch einmal überarbeiten. Der Pflegebereich war gegen Schlechterstellungen im neuen Gehaltsmodell und zuletzt gegen die – von den Tiroler Kliniken weiter bezahlte – Streichung der Nachtdienstzulage Sturm gelaufen. Was folgte, war das von Tilg und Tratter angekündigte Gesetzesreparaturversprechen. Inklusive der Zusage, die Option zu verlängern.

Doch Pflege und Heime sind beileibe nicht die Einzigen, die vom neuen Gehaltsmodell betroffen sind. Das dem zugrunde liegende neue Gemeinde-Vertragsbedienstetengesetz ist auch in den Bezirkskrankenhäusern anzuwenden. Und trifft damit auch den gesamten Bereich des medizinisch-technischen Dienstes (MTD). Darunter fallen u. a. die Diätologie, Radiologietechnologie, Logopädie, Ergo- und Physiotherapie. Österreichweit umfasst diese Gruppe gemäß Gesundheitsberuferegister rund 33.700 Personen, in Tirol sind es gut 2350.

Auch diese haben Optionsberatungen hinter sich und sehen sich im Fall eines Wechsels mit teils extremen Einkommensverlusten konfrontiert. Liste-Fritz-Klubobfrau Andrea Haselwanter-Schneider liegt die Berechnung eines biomedizinischen Analytikers (42; Vollzeit) vor, der – aufgrund einer schlechteren Einstufung im neuen Modell – anstatt 3642 €/brutto nur noch 3120 €/brutto verdienen würde. Und hochgerechnet bis zur Pension rund 263.000 € verlieren würde. Radiologen indes würden um ihre Strahlenzulage bangen.

„Viele wandern in andere Bundesländer ab“, verweist Christine Pall (Verband Diätologen) auf die hochqualifizierte Ausbildung im MTD-Bereich. Umso mehr fordert jetzt der Dachverband mtd-austria, dass das Gehaltsmodell nicht nur im Bereich der Pflege nachgebessert wird. „Wir wollen in die Verhandlungen miteingebunden werden, wenn das Gesetz neu aufgemacht wird“, stellt stv. Landessprecher Markus Geiregger klar. ,Gleiches Geld für gleiche Arbeit‘ werde es auch hier nicht geben, fordert Haselwanter-Schneider Tilg zum Einlenken auf: „Ob man das will oder nicht, ist eine Frage des politischen Willens.“

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Im Büro von Tilg ist die Forderung aus dem MTD bereits bekannt. Dennoch betont man, dass das neue Modell speziell auf die Langzeitpflege abgezielt habe. Und insofern sehe man derzeit im medizinisch-technischen Bereich keinen Adaptionsbedarf.


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