Feinstaubbelastung: Wenn’s staubt, ist der Bus in Wörgl gratis

Der Feinstaub sorgt wieder für Diskussionen. In Wörgl baut man auf Fernwärme und Gratisbus, in Kufstein auf Tempolimits.

Von Wolfgang Otter

Wörgl, Kufstein –Die hohen Feinstaubwerte (PM10) in Innsbruck heizen die Diskussion über Gegenmaßnahmen an. In der Landeshauptstadt werden daher Freifahrten in den Öffis diskutiert.

In der Stadt Wörgl gibt es eine derzeitige Regelung bereits seit knapp 15 Jahren. Bei entsprechend schlechten Luftwerten ist die Benützung des städtischen City-Bus-Netzes (nicht die der Regio­busse) am darauffolgenden Tag einer Grenzwertüberschreitung gratis. Gemeldet werden zudem schlechte Werte bei registrierten Benutzern (www.woergl.at) per E-Mail. Auf der Homepage der Stadt sind auch die aktuellen Werte abrufbar.

Heuer blieb man bis auf zwei Überschreitungen der Grenzwerte bei den PM10-Halbstundenwerten aber von allzu staubigen Zeiten verschont. Ausnahme: die Silversternacht – da schnellte die Belastung kurzzeitig wie fast in ganz Tirol nach oben. Die Messgeräte registrierten nicht weniger als 280 Mikrogramm pro Kubikmeter, der Grenzwert liegt bei 50 Mikrogramm. Die Silvesterraketen und Böller ließen grüßen.

Ein Grund dafür, dass in Wörgl die PM10-Werte stark gesunken sind, dürfte an der städtischen Fernwärme liegen. Auch für Bürgermeisterin Hedi Wechner ist erkennbar, dass die Rauchsäulen aus den Hauskaminen stark abgenommen und der typische Brandgeruch in der Stadt seltener geworden ist.

In Kufstein rückte man vor Jahren dem Feinstaub mit einer Flüssigkeit, einer Art Kleber, zu Leibe. Dessen Einsatz hat man mittlerweile wieder gestrichen, aber nicht die Diskussion über die Belastung. Kufsteins Bürgermeister Martin Krumschnabel lässt derzeit vom Verkehrsbeirat neue Geschwindigkeitsbeschränkungen in der Innenstadt prüfen.

„Es geht dabei zum einen um die Verkehrssicherheit, zum anderen um den Umweltschutzgedanken“, sagt Krumschnabel. Derzeit gibt es neben einigen 30-km/h-Zonen großflächig Tempo 40 in Kufstein. Sollte eine weitere Temporeduktion nicht möglich sein, will Krumschnabel die Kontrollen verschärfen.


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