Reutte arbeitet heuer mit einem 25-Millionen-Euro-Budget

Grüne Anfrage im Gemeinderat, ob für Gemeindebedienstete Dienstfahrräder vorgesehen sind und als Anreiz Kilometergeld ausbezahlt wird.

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Von Helmut Mittermayr

Reutte – Einstimmig. Ein weiteres Budget des Reuttener Bürgermeisters erhielt die volle Zustimmung aller 19 Mandatare, Alois Oberer mit eingeschlossen. Die Marktgemeinde Reutte wird 2020 mit 25,742 Millionen Euro das Jahr bestreiten – so zumindest der abgesegnete Haushaltsvoranschlag. Zwei Bürger hatten im Vorfeld Einsicht in das riesige Zahlenwerk genommen – eine alljährliche Übung, auf die genauso wiederkehrend auch der Marktchef gerne hinweist. Eine neue Ära der Zahlenaufbereitung, die auch einen Vergleich zum Vorjahr nicht mehr zuließ, hatte der Finanzverwaltung um Leiter Raimund Schmid alles abverlangt. Nun sei eine Art Mittelding aus ehemaliger Kameralistik und Unternehmensbilanzierung entstanden, hieß es.

Ein paar Zahlen: Für die 19 gewählten Gemeindeorgane sind 295.000 Euro bereitgestellt, was 1,1 Prozent des Budgets ausmacht. Mit 34 Prozent oder 7,5 Millionen erweisen sich dann die Personalkosten für die 207 Mitarbeiter (151 Vollzeitäquivalente) als größter Faktor auf der Ausgabenseite Reuttes. Wobei Schmid einschränkt, dass hier die Einnahmen im Seniorenheim oder den Kindergärten natürlich gegenübergestellt werden müssten. Bürgermeister Alois Oberer verwies zudem darauf, dass die Zahl der reinen Verwaltungsbediensteten in den vergangenen zehn Jahren sogar leicht zurückgegangen sei, aber Kindergärten, hier z. B. die neue Sprachförderung, und vor allem das Seniorenzentrum den Anstieg bedingt hätten. Und dies könne wohl niemand ernsthaft in Frage stellen.

Den Betriebsabgang des Bezirkskrankenhauses hilft auch Reutte, wie jede Kommune im Bezirk, auszugleichen. Die Marktgemeinde trifft es 2020 mit 861.000 Euro. Noch mehr Geld fließt in den Tiroler Krankenanstaltenfonds Tilak mit 1,24 Millionen. Die Einnahmen aus Beteiligungen machen 1,77 Millionen aus (EWR), die Ausgaben 980.000 (Therme, RKB).

Die größten Brocken: Für die Umgestaltung des Untermarkts wird heuer die erste von fünf Millionen fällig. Der autofreie Amtsplatz wird 575.000 kosten, wobei 200.000 an ­Bedarfszuweisungen (BZ) zu erwarten sind. Beim Lifteinbau im Museum fallen 349.000 an, BZ 60.000. In Summe betragen die Investitionen 2,71 Millionen Euro.

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Reutte bringt sich auch intensiv ins das Interregprojekt Pro-Byke ein, wodurch der Radverkehr stark forciert und erleichtert werden soll. Im Zuge der Diskussion im Gemeinderat wollte die Grüne Barbara Brejla auch wissen, ob künftig Dienstfahrräder vorgesehen seien und ob dafür als Anreiz Kilometergeld bezahlt werden könne. BM Oberer konnte sich das eher nicht vorstellen: „Wie sollen wir das in der Praxis handeln?“ Zudem würden sehr viele aus der Verwaltung bereits privat Räder verwenden. Als Vorbild hob er Amtsleiter Sebastian Weirather hervor, der täglich von Höfen mit dem Rad zur Arbeit komme, egal ob die Sonne scheine oder das Wette schlecht sei. Der Marktchef hatte auch nichts dagegen einzuwenden, wenn Radler im Zentrum die Geschwindigkeit des Verkehrs vorgeben würden. Grünen-GR Helmut Hein regte an, dass sich die Polizei vermehrt Radler im Morgenverkehr zur Brust nehmen sollte, die fast allesamt ohne Licht unterwegs seien. Er sah darin eine Selbst- und Fremdgefährdung.


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