Führungskräfte der Polizei übersiedeln nach Wien: Tiroler „K“ im Ministerium

Drei Führungskräfte der Tiroler Polizei sind ins Innenministerium übersiedelt. Durch die Abgänge wird allerdings noch deutlicher, wie dünn die Personaldecke in Tirol ist.

„Wir haben Bedarf.Für den nächsten Offizierskurs haben sich aber einige junge Polizisten gemeldet", sagt Edelbert Kohler
 (Landespolizeidirektor).
© Vanessa Rachlé / TT

Von Thomas Hörmann

Innsbruck, Wien – Das kehlige Tiroler „K“ wird jetzt im Innenministerium öfter zu hören sein: Nach Ex-Landespolizeidirektor Helmut Tomac (Generalsekretär) und SVA-Leiter Johannes Freiseisen ist jetzt mit Astrid Mair eine weitere Führungskraft der Tiroler Polizei nach Wien übersiedelt. Die bisherige stv. Bezirkskommandantin von Kufstein sitzt mit dem zurückgetretenen Tiroler Nationalratsabgeordneten Dominik Schrott im Kabinett von Innenminister Karl Nehammer. Und zwar als Expertin für die Bekämpfung des illegalen Glücksspiels, die angeblich österreichweit vereinheitlicht werden soll.

Dass im Innenministerium jetzt zunehmend mit Tiroler Dialekt gesprochen wird, hat Vor- und Nachteile: „Wir hoffen halt, dass unsere Anliegen in Wien mehr Gehör finden“, sagt ein daheim gebliebener Offizier. Allerdings wird durch die Abgänge noch deutlicher, wie dünn die Personaldecke bei den Führungskräften in der Tiroler Polizei ist. Zumal demnächst auch mehrere Pensionierungen anstehen: Bei den Offizieren „haben wir durchaus Bedarf“, räumt auch Tirols neuer Landespolizeidirektor Edelbert Kohler ein. Ein Bedarf, der nicht nur durch Abgänge verursacht wird. Vielmehr scheint eine Offizierskarriere für junge Polizisten an Attraktivität verloren zu haben. „Die zweijährige Ausbildung in Wiener Neustadt schreckt ab“, weiß ein Personalvertreter. Dazu kommen eine unbestimmte Zukunft vielleicht auch in einem anderen Bundesland und weniger Zulagen. Laut Kohler werden bereits neue Maßnahmen angedacht, die „die Defizite verbessern“ sollen.

Wird eine Ausbildungsreform kommen, so kommt sie zu spät für die anstehende Pensionierungswelle in Tirol. So ist mit Ende Jänner LKA-Chef Walter Pupp endgültig im Ruhestand, im Frühjahr soll sein Stellvertreter Christoph Hundertpfund folgen. In den nächsten zwei Jahren werden auch Markus Widmann (Chef der Verkehrspolizei), Reinhard Moser (stv. Stadt-Polizeikommandant in Innsbruck), Werner Jäger (Projektleiter beim Umbau der Innsbrucker Polizeidirektion) und Peter Platzgummer (Leiter der Logistikabteilung) ihre Uniformen an den Nagel hängen. Die Kommandanten der Bezirke Landeck und Kufstein haben ebenfalls ein absehbares Ablaufdatum. Dazu kommt der stv. Landespolizeidirektor Norbert Zobl, der bereits seit knapp einem Jahr Pensionist ist. „Für den nächsten Offizierskurs haben sich aber einige junge Polizisten gemeldet“, so Kohler.

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