Land stoppt Kraftwerk Obere Isel in Osttirol

Das geplante Kraftwerk Obere Isel in Osttirol wurde 2015 vorerst ruhend ge- stellt. Jetzt hat das Land das Umwelt-verfahren (UVP) zurückgewiesen.

Die Steinmandl an der Oberen Isel bekommen keine Konkurrenz, das Land hat die UVP für das geplante Kraftwerk zurückgewiesen.
© Brunner Images

Von Peter Nindler

Innsbruck, Virgen –Es ist ein Kraftwerksprojekt, das jahrelang zu heftigen Diskussionen in der Öffentlichkeit geführt hat. Nach einer positiven Volksbefragung wurde Ende 2012 die Umweltverträglichkeitserklärung für das Kraftwerksvorhaben Obere Isel im Virgental eingereicht. Die Gemeinden Virgen und Prägrarten forcierten mit aller Vehemenz das 147-Millionen-Euro-Kraftwerk und haben sich mit jeweils 50.000 Euro an der dortigen Kraftwerksgesellschaft beteiligt.

Von Anfang an standen allerdings die Vorzeichen in mehrfacher Hinsicht nicht gut: Zum einen fiel die Bewertung nach dem vom Land Tirol erstellten Kriterienkatalog Wasserkraft negativ aus. Andererseits kollidierten die Kraftwerkspläne mit den Natura-2000-Schutzgebieten. Das Land Tirol hat bekanntlich die gesamte Isel als europäisches Schutzgebiet nach Brüssel gemeldet und ausgewiesen. Dem waren ebenfalls intensive Diskussionen und Auseinandersetzungen vorausgegangen.

Das Land empfahl den Projektbetreibern, das Kraftwerk nicht mehr weiterzuverfolgen, 2015 wurde das Verfahren deshalb ruhend gestellt. Aber nicht beendet.

Irgendwie schwang nach wie vor die Hoffnung mit, dass das Projekt doch noch umgesetzt werden könnte. Jetzt wurde allerdings ein endgültiger Schlussstrich gezogen, weil die Auflagen einfach nicht zu erfüllen sind. Das Land wollte das Verfahren abschließen, keine weiteren Fristverlängerungen gewähren, und beendete es aus formalen Gründen. Man hat den Antrag für die Umweltverträglichkeitsprüfung zurückgewiesen.

Das Kraftwerk Obere Isel scheiterte bereits an der Naturverträglichkeitsprüfung, wie es heißt. Es sei nicht mit den naturschutzrechtlichen Vorgaben bzw. Auflagen in Einklang zu bringen. Das aktuelle Vorhaben ist Geschichte, das bedeutet allerdings nicht, dass nicht vielleicht doch ein neues eingereicht wird. Aber mit einem kompletten Neustart.

Die Umweltorganisation WWF hat laut ihrem Naturschutzexperten Christoph Walder übrigens Beschwerde gegen den positiven Bescheid für das Kraftwerk am Isel-Zubringer Schwarzach eingebracht.


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