WWF: Herdenschutz effektiver als Wolfs-Abschuss

Im Rahmen einer international besetzten, dreitägigen Konferenz wurde in Salzburg über Maßnahmen zum Herdenschutz diskutiert.

Hirten und Hunde sind laut WWF das bessere Mittel gegen den Wolf als der Abschuss.
© Max Rossberg EWS

Salzburg – Prominente Vortragende aus Europa und den USA haben sich von Dienstag bis Donnerstag in Salzburg bei einer WWF-Konferenz über Möglichkeiten des Herdenschutzes ausgetauscht. Diskutiert wurde dabei über Vorzeigeprojekte im Herdenschutz, Fördermöglichkeiten und die praktische Umsetzung von konfliktmindernden Maßnahmen wie Elektrozäune und Schutzhunde.

„Die natürliche Rückkehr der Wölfe nach Österreich stellt die Nutztierhaltung vor Herausforderungen, die Wolfsabschüsse aber nicht lösen können“, sagt WWF-Wolfs-Experte Christian Pichler. „Unsere Nachbarländer Schweiz, Slowenien und auch einige heimische Vorreiter zeigen vorbildlich, wie Landwirte ihre Herden effektiv schützen können. Österreich hinkt hier hinterher und darf keine weitere Zeit mehr verlieren, endlich großflächig in die Umsetzung zu gelangen. Nur so ist eine Koexistenz von Weidebetrieben und Wölfen möglich“, sagt Pichler. Er fordert mehr finanzielle und praktische Unterstützung durch die Politik, intensive Information sowie ausgewogene Beratung für betroffene Bäuerinnen und Bauern. Zudem müsse schnellstmöglich mit der Ausbildung von Herdenschutzhunden begonnen werden, die mehrere Jahre dauert.

Der WWF verweist auf eine US-Studie, wonach Abschüsse eine wenig effektive Maßnahme seien, um Risse durch große Beutegreifer zu unterbinden. In 29 Prozent der untersuchten Fälle brachten Tötungen keine Verbesserung, in 43 Prozent der Fälle führten diese sogar zu noch mehr Schäden an Nutztieren. Im Gegensatz zu Herdenschutzmaßnahmen, die in 80 Prozent der Fälle erfolgreich vor Übergriffen schützten. (TT)


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