Vignetten-Aus bei Kufstein: Erste Bilanz für Land positiv

Mit der Mautbefreiung bei Kufstein ging der Ausweichverkehr um 23 Prozent zurück. Doch es brauche Kontrolldruck, fordert BM Martin Krumschnabel.

Samstag, 11. Jänner: Der Verkehrsstau hat Kufstein fest im Griff. Dennoch zeugt die Vignettenbefreiung zumindest teilweise Erleichterung.
© Otter

Innsbruck –Das Zuckerl scheint gelutscht zu werden. Mit Inkrafttreten der Vignettenbefreiung auf der Inntalautobahn von der Grenze bis zur Ausfahrt Kufstein Süd ab 15. Dezember 2019 ist der Ausweichverkehr in und rund um die Festungsstadt spürbar zurückgegangen. Diese Jubelmeldung ging gestern aus dem Landhaus raus. Allein der Verkehr durch Kufstein habe in den ersten zwei Wochen um rund 40.800 Fahrzeuge abgenommen. Das ergaben nun Auswertungen der Zählstelle Kufstein-Grenze. Das sei ein Rückgang des Verkehrsaufkommens um 23,5 Prozent. An der Zählstelle Innbrücke wurde noch in den ersten beiden Dezemberwochen ein Anstieg von bis zu 5280 Fahrzeugen registriert.

Die für Verkehr zuständige LHStv. Ingrid Felipe (Grüne) sprach gestern davon, dass diese erste Bilanz zeige, dass „die Vignettenbefreiung eine richtige Entscheidung war und die Kufsteiner Bevölkerung dadurch spürbar entlastet wird“. Jedoch gelte es die Zahlen auch künftig im Auge zu behalten, um insbesondere die Auswirkungen auch für die Umlandgemeinden evaluieren zu können, sagte Felip­e.

Martin Krumschnabel
 (Bürgermeister Kufstein)
Das System funktioniert – aber nur mit allen Maßnahmen.

Wie bereits berichtet, nimmt auch Kufsteins Bürgermeister Martin Krumschnabel einen gewissen Entlastungseffekt wahr. Jedoch sei zu bemerken, dass insbesondere an Fenstertagen – an diesen gelten die vom Land erlassenen Pkw-Winterfahrverbote samt Zurückweisungen nicht – der Stauausweichverkehr in einzelnen Stadtteilen wieder sprunghaft ansteige. Insofern fordert Krumschnabel auch hier vom Land Adaptierungen ein: „Es wird auch weiter ein Gesamtpaket mit allen nötigen Maßnahmen brauchen.“ Hauptschuld an diesen Staus würden die deutschen Grenzkontrollen tragen: „Das ist der Pferdefuß an der Geschicht­e.“

Erneut forderten LH Günther Platter (VP) und Felipe daher gestern die deutschen Nachbarn auf, die Grenzkontrollen auf der Autobahn bei Kiefersfelden einzustellen. Diese seien nämlich nur noch „Symbolpolitik“. (mami)


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