Bauten, die der Stadt Kufstein zum Schmucke gereichen

Vor rund drei Jahren hat die Stadtgemeinde Kufstein beschlossen, ihre Geschichte im 20. Jahrhundert aufzuarbeiten und in einer Schriftenreihe zu dokumentieren.

Kufsteins unübersehbares Wahrzeichen ist seine mächtige Festung.
© Tirol Werbung / Marshall George

Kufstein –Vor rund drei Jahren hat die Stadtgemeinde Kufstein beschlossen, ihre Geschichte im 20. Jahrhundert aufzuarbeiten und in einer Schriftenreihe zu dokumentieren. Band 1 der „Edition Kufstein“ liegt nun vor, gewidmet der städtebaulichen und architektonischen Entwicklung der mit ihren rund 20.000 Einwohnern zweitgrößten Stadt Tirols.

Sein Verfasser könnte mit Arnold Klotz, dem ehemaligen Stadtplaner von Innsbruck und Wien, kein Berufenerer sein. Er erzählt auf 169 reich bebilderten Seiten nicht nur die wechselvolle Geschichte Kufsteins seit der ersten Nennung der ursprünglich winzigen Siedlung im Jahr 788 bis heute nach, um gleichzeitig Perspektiven aufzuzeigen, in welche Richtung sich die 1393 zur Stadt erhobene „Perle Tirols“ seiner Einschätzung nach weiterentwickeln sollte. Etwa welche Funktion die das städtische Ambiente prägende Festung zukünftig haben kann oder durch welche grundsätzliche Umstrukturierung die vor 80 Jahren entstandene Südtiroler-Siedlung zukunftsfit gemacht werden könnte.

In angenehm knapp gehaltenen Kapiteln taucht Klotz in Kufsteins städtebauliche Vergangenheit ein, um bereits auf Seite 33 im boomenden Kufstein des beginnenden 20. Jahrhunderts anzukommen, als die Stadt durch den aufkommenden Fremdenverkehr eine dringende Erweiterung nötig hatte, was in einem 1901 verfassten „allgemeinen Regulierungsplan“ niedergelegt wurde. Verbunden mit dem Appell, sich bei Neubauten solcher Stilformen und Bauweisen zu bedienen, „welche nicht nur der Stadt zum Schmucke gereichen, sondern auch in das idyllische Landschaftsbild Kufsteins mit seinen ganz besonders anziehenden Naturschönheiten harmonisch hineinpassen“. Was wohl damit zu tun hat, dass zahlreiche Gebäude in einem nostalgisch daherkommenden „Münchner Heimatstil“ entstanden sind, entworfen meist von auswärtigen Architekten, während etwa Lois Welzenbachers Vorschlag für den Umbau des Rathauses 1924 keine Zustimmung des Gemeinderates fand. Anders als im Jahr 2000, als es um eine Sanierung bzw. den Weiterbau des Rathauses durch die Architekten Rainer Köberl, Giner+Wucherer gegangen ist.

Weitere Bände der „Edition Kufstein“ werden u. a. der Migrations-, Wirtschafts-, Sozial- und Sportgeschichte der Stadt gewidmet sein. (schlo)

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